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Matthias Sammer kontert Bierhoff-Kritik

Matthias Sammer kontert Bierhoff-Kritik

Matthias Sammer meldet sich nach der Kritik von Oliver Bierhoff an der Nationalmannschaft zu Wort - und findet deutliche Worte.
Oliver Bierhoff äußert sich zum vorzeitigen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft und analysiert die Defizite im DFB-Team.
Matthias Sammer meldet sich nach der Kritik von Oliver Bierhoff an der Nationalmannschaft zu Wort - und findet deutliche Worte.

Nach der Kritik von Oliver Bierhoff, dass der Nationalmannschaft Persönlichkeit und Charakter fehle, hat Matthias Sammer nun zum Gegenschlag ausgeholt.

„Es ist nicht lange her, da hieß es auch von seiner Seite aus, wir brauchen in Deutschland flache Hierarchien“, sagte Sammer bei Sky: „Ich war immer ein Verfechter, dass es die Typen Leader, Teamplayer und Individualisten gibt und wenn du die alle auch in der Argumentation gleich behandeln willst und auch in der Stellung, in der Kabine auf dem Feld, dass die alle gleich sein sollen, dann brauchen wir uns doch heute nicht beschweren.“

„Wir sind doch nicht auf dem Ponyhof“

Auf Nachfrage, welche Rolle Bierhoff dabei spiele, meinte Sammer: „Natürlich ist er ein Stück weit dafür verantwortlich. (…) 2006 bin ich in den Verband gekommen und habe mir 2007 die Frage gestellt, hier stimmt etwas nicht. Nur das, nicht richtig oder falsch, nur das. Und dann haben mich die Leute gefragt, warum? Ich sage, wir sind alle gleich. Alle gleich.“

Sammer fuhr fort: „Die sagen alle ‚Guten Tag, Herr Sammer‘, die sind alle lieb und nett. Ich denke, das ist schön, aber wir sind doch hier nicht auf dem Ponyhof. Das ist Leistungssport, da geht es auch mal rau zu, da muss es auch im Training mal scheppern, da muss es in der Kabine mal scheppern.“

Er „halte das für einen der kapitalsten Fehler, die je begangen wurden, von flachen Hierarchien im Leistungssport und in einer Mannschaft zu sprechen. Das ist eine Katastrophe“.

Sammer verbindet große Hoffnung mit Klopp

Neben der Kritik an Bierhoff äußerte sich Sammer auch zum neuen Bundestrainer Jürgen Klopp. „Ich erkenne bei ihm einen absoluten Plan. Seine Organisationsform kann man immer diskutieren, aber sie folgt einem Plan“, sagte der Europameister von 1996. Seine ganz große Hoffnung sei, „dass diese Mannschaft uns eine Identität zurückbringt, die wir dringend brauchen“.

Klopp hat nach dem WM-Debakel Julian Nagelsmann beerbt. Am Dienstag leitet er in Herzogenaurach sein erstes Teamtraining. Sein Debüt als Bundestrainer gibt Klopp am Donnerstag (20.45 Uhr im LIVETICKER) in Amsterdam gegen die Niederlande.

„Er kann nicht hexen, sondern es geht immer darum – in seiner Persönlichkeit, in seiner Erfahrung als Trainer –, auch verständlich zu machen, dass das möglicherweise auch ein bisschen Zeit braucht“, warnte Sammer vor zu großen Erwartungen an den vermeintlichen Heilsbringer des deutschen Fußballs: „Er wirkt euphorisiert – jetzt schon –, auch auf das Volk, auch auf die Mannschaft. Aber nur mit Euphorie kannst du irgendwann nicht laufen.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)