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Passt Undav überhaupt zum Klopp-Fußball?

Passt Undav überhaupt zum Klopp-Fußball?

Deniz Undav bleibt bei der ersten Kadernominierung von Bundestrainer Jürgen Klopp außen vor. Steckt mehr als nur seine aktuelle Formdelle dahinter? Ein Zitat aus der Vergangenheit hallt plötzlich nach.
Jürgen Klopp spricht über die Entscheidung bei Leroy Sané und erklärt, wie er mit den schwierigen Gesprächen umging, in denen er Spielern eine Absage erteilen musste.
Deniz Undav bleibt bei der ersten Kadernominierung von Bundestrainer Jürgen Klopp außen vor. Steckt mehr als nur seine aktuelle Formdelle dahinter? Ein Zitat aus der Vergangenheit hallt plötzlich nach.

Er war der gefeierte Mann! Rund um die Weltmeisterschaft gab es kaum einen Spieler, der von den Fans immer wieder so vehement gefordert und gefeiert wurde wie Deniz Undav. Kein Wunder: Mit drei Toren und zwei Vorlagen war der Stuttgarter immerhin einer der Lichtblicke im deutschen WM-Kader. Drei Monate und einen Bundestrainer später steht der 30-Jährige nun allerdings nicht mehr im Aufgebot. Und das, obwohl Jürgen Klopp gleich 44 Spieler für die anstehenden vier Nations-League-Partien nominierte.

„Mit Deniz habe ich gesprochen. Er hat seine kleinen Probleme und hat noch nicht in die Saison reingefunden. Ich wollte mich für vier Stürmer entscheiden und habe mich für den Moment für die anderen entschieden“, erklärte Klopp auf seiner Nominierungs-PK.

Liegt es also allein an Undavs Formdelle und seinen Achillesfersen-Problemen – oder steckt doch mehr dahinter? Ein Zitat von Klopp aus der Vergangenheit lässt zumindest aufhorchen und wirft die Frage auf: Passt Undav überhaupt zum Klopp-Fußball?

Passt Undav zum Klopp-Fußball?

Klar ist: Klopp steht für einen Fußball mit enorm hoher Laufbereitschaft, aggressivem Pressing und viel Tempo. Undavs Stärken sind sein Torinstinkt, seine Fähigkeiten am Ball, gepaart mit seinem wuchtigen Körper. Zu den laufstärksten Akteuren auf dem Platz gehört der Angreifer nicht unbedingt.

Dass Klopp Undavs Spiel womöglich etwas kritisch betrachtet, zeigte sich bereits bei der Weltmeisterschaft. Beim WM-Aus der deutschen Mannschaft in Boston gegen Paraguay kritisierte der damalige TV-Experte Undav deutlich: „Wir müssen die Dinge ansprechen, wie sie sind. Also Deniz Undav darf sich gerne auch ein bisschen mehr um den Ball bemühen. Ja, er bekommt keine Anspiele, aber wenn er mal in der Nähe ist, dann mal den Körper reinstellen, Ball fordern. Das ist auch Körpersprache. Wenn ich dich angucke und du zeigst mir nicht mit deinen Augen, dass du einen Ball willst, dann kriegst du ihn auch nicht. Fertig.“

Ob diese Einschätzung auch bei Klopps aktueller Entscheidung eine Rolle gespielt hat, bleibt offen. Zumindest zeigt die damalige Kritik, worauf der neue Bundestrainer bei Undav besonderen Wert legen dürfte.

Undavs Problemchen mit Klopp-Vorgänger Nagelsmann

Es wäre nicht das erste Mal, dass Undav mit einem Bundestrainer zumindest kleinere Reibungspunkte hat. In der jüngeren Vergangenheit eckte er mit seiner direkten Art bei Julian Nagelsmann an. Das Thema damals: sein Platz in der Startelf.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus äußerte in dem Zusammenhang noch einen anderen Verdacht. „Vielleicht war das alles ein bisschen viel für Deniz in den letzten Monaten“, erklärte der Rekordnationalspieler am Rande der Europa-League-Übertragung beim Spiel der Leverkusener als Experte von RTL/Sky. „Dieses Theater mit Julian Nagelsmann über monatelang vor der Weltmeisterschaft, Nationalspieler geworden, bei der Weltmeisterschaft gleich Tore geschossen, zu Recht in den Himmel gehypt worden. Danach Kapitän, bester Vertrag, der je in Stuttgart unterschrieben worden ist. Es macht schon was mit dem Kopf und vielleicht lässt man dann das eine oder andere Prozent links oder rechts liegen“, führte Matthäus aus.

Die DFB-Tür ist für Undav keinesfalls zu

Fest steht: Undav hat in den kommenden zwei Wochen Zeit, seine körperlichen Beschwerden in den Griff zu bekommen und im besten Fall vollständig auszukurieren. Davon ist auch sein VfB-Trainer überzeugt. Sebastian Hoeneß gab selbst zu, dass Undav „besser spielen“ könne und dies auch selber wisse. Es sei aber nur „eine Frage der Zeit“, bis Undav wieder in Topform sei und auch für die DFB-Auswahl „wieder in den Fokus rücken“ werde.

Undav wartet in dieser Spielzeit noch auf sein erstes Tor. Dass er allerdings selbst in dieser aktuell schwierigeren Phase bereits vier Vorlagen vorzuweisen hat – noch keine in der Bundesliga – spricht dennoch für ihn.

Die Tür zur Nationalmannschaft ist für ihn noch lange nicht geschlossen. Schließlich betonte Klopp auf seiner Pressekonferenz mehrfach, dass seine Kadernominierung lediglich eine Entscheidung für den Moment sei.

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