Die Enttäuschung über die Nicht-Nominierung ist riesengroß. Während der BVB mit Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton und Felix Nmecha drei Profis zum DFB-Team schickt, fehlt Maximilian Beier im Aufgebot von Jürgen Klopp. Und das, obwohl er durchaus überzeugende Zahlen vorzuweisen hat und voll im Saft steht.
Wieso Beier bei Klopp außen vor ist
Wieso Beier bei Klopp außen vor ist
Der 23-Jährige ist seiner größten Stärke zum Opfer gefallen – und lässt damit eine Frage im Raum stehen: Ist er vielleicht einfach zu nett?
Kann sich seine Rolle überhaupt ändern?
„Maxi ist ein bisschen geknickt und enttäuscht“, erklärte BVB-Trainer Niko Kovac am Donnerstag auf der PK vor dem Spiel in Stuttgart (LIVETICKER) und schob hinterher: „Ich weiß, dass Maxi das als toller Mensch auffangen wird und sich weiterempfehlen wird. Er ist ein wichtiger Spieler für uns und ich bin davon überzeugt, dass er seine Möglichkeit in der näheren Zukunft wieder bekommen wird, wenn er die Leistung aus der vergangenen Saison zeigt.“
Doch ist es wirklich so einfach? Es wirkt eher so: Wenn sich beim BVB nichts an Beiers Rolle ändert, wird sich auch in Sachen Nationalmannschaft nichts verändern.
BVB-Profi Beier darf nicht auf seiner Wunschposition ran
Beier ist unter Niko Kovac zum Mann für alles geworden. Der BVB-Trainer schätzt die Flexibilität des eigentlich gelernten Offensivspielers immens. Gerade wegen der knappen Personaldecke auf den Außenpositionen bringt Kovac Beier in seiner bevorzugten Formation mit Dreierkette nahezu nur noch auf der Schiene zum Einsatz.
Also nicht mehr in der Offensive. Dort, wo ihm in Hoffenheim als Spitze oder als Freigeist hinter der Spitze in seiner ersten Bundesliga-Saison der Durchbruch gelang und er zu einem der hoffnungsvollsten deutschen Nachwuchsspieler wurde.
Und Beier? Überall, wo er gebraucht wird, läuft er auf und gibt alles. Das ist bemerkenswert – und schadet ihm dennoch.
Beier schwimmt trotz guter Zahlen unter dem Radar
Es wirkt, als schwimme der Youngster häufig unter dem Radar. Und das völlig ohne Grund: In seiner ersten BVB-Saison 2024/25 war Beier mit zehn Toren und sechs Vorlagen zweitbester Scorer der Dortmunder. In der abgelaufenen Spielzeit kam er wettbewerbsübergreifend auf 44 Einsätze, war hinter Serhou Guirassy (17 Tore) mit zehn Treffern zweitbester Torschütze und belegte in der internen Scorerliste Rang drei – dazu kamen zehn Vorlagen.
Auch in dieser Saison muss er sich keinesfalls verstecken: fünf Einsätze, drei Assists. Doch Fakt ist: Beier ist unter Kovac zum Schienenspieler geworden.
Das ist Beiers großes Problem
Das große Problem: In Dortmund haben andere Spieler auf seiner Wunschposition die Nase vorn. Und einen Schienenspieler gibt es in der Formation unter Jürgen Klopp nicht. Der Bundestrainer bevorzugt klar eine Viererkette.
Wieso sollte er also einen Spieler nominieren, der bei seinem Verein gar nicht regelmäßig auf einer für ihn relevanten Position zum Einsatz kommt?
In Dortmund wird diese knifflige Situation in den nächsten Tagen und Wochen intern zum Gesprächsthema werden. Denn auch Beier dürfte klar sein: Ein Weiter-so kann es in Dortmund für ihn nicht geben. Sonst rückt die Nationalmannschaft für ihn womöglich dauerhaft in weite Ferne.