„Er muss sich im Griff haben“

Antonio Rüdiger sorgte zuletzt für Diskussionen. Michael Ballack und Roman Weidenfeller finden klare Worte mit Blick auf den Nationalspieler. Auch Markus Söder wird deutlich.
Julian Nagelsmann spricht über das letzte heftige Foul von Antonio Rüdiger - und spricht dem DFB-Star das Vertrauen aus.
Antonio Rüdiger sorgte zuletzt für Diskussionen. Michael Ballack und Roman Weidenfeller finden klare Worte mit Blick auf den Nationalspieler. Auch Markus Söder wird deutlich.

Nach wiederholten Aussetzern von Antonio Rüdiger ist zuletzt eine Diskussion entbrannt, ob der Verteidiger von Real Madrid noch für die deutsche Nationalmannschaft nominiert werden sollte. Nach Ansicht von Michael Ballack und Roman Weidenfeller kann es sich das DFB-Team nicht erlauben, auf den Innenverteidiger zu verzichten – auch wenn beide Ex-Nationalspieler vor negativen Folgen warnen.

„Deutschland braucht Toni“, betonte Weidenfeller am Donnerstagabend in der Sky-Sendung „Triple“. „Ich kenne Toni schon sehr lange. Ich kenne seinen Bruder Sahr Senesie. Die unterstellen wirklich alles dem Fußball. Sie geben alles, dass sie erfolgreich sind.“

Ballack meinte: „Du musst dir die Frage stellen: Willst du im Trainingsspiel so jemanden in deiner Mannschaft haben? Du hast ihn lieber in deiner eigenen Mannschaft, als dass du gegen ihn spielst.“

Ballack warnt bei Rüdiger: „Kann zur Problematik werden“

Allerdings gab der frühere Kapitän der Nationalelf zu bedenken: „Wenn die Disziplin manchmal so ist, dass du dich nicht hundertprozentig im Griff hast, wenn es um Gelbe und Rote Karten geht – wenn das häufig vorkommt, kann das zur Problematik werden. Aber das kann nur der Bundestrainer entscheiden.“

Rüdiger ist Teil des DFB-Aufgebots für die beiden kommenden Länderspiele gegen die Schweiz (27.03.) und Ghana (30.03.). Bundestrainer Julian Nagelsmann lobte den Innenverteidiger auf der Pressekonferenz am Donnerstag für seine große Hingabe an die Nationalmannschaft und nahm ihn in Schutz.

In jüngster Vergangenheit hatte Rüdiger wiederholt für Wirbel gesorgt. So fiel er zuletzt durch ein heftiges Foulspiel negativ auf, das den Vorwurf nach sich zog, er habe den Gegner bewusst verletzen wollen. Zudem hatte Rüdiger im vergangenen Jahr bei einem Spiel eine Tape-Rolle in Richtung des Schiedsrichters geworfen.

Rüdiger „muss sich im Griff haben“

„Solche hässliche Szenen gehören nicht dazu. Dass er sich da im Griff haben muss, das steht außer Frage. Er repräsentiert das Land Deutschland, repräsentiert sich selber – und so was gehört einfach nicht auf den Fußballplatz“, stellte Ex-BVB-Torhüter Weidenfeller nun klar.

Ebenfalls zu Gast in der Sendung war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der mit Blick auf Rüdiger konstatierte: „Nach Political Correctness darf man so jemanden auf keinen Fall spielen lassen. Zumindest muss er sich da erklären.“

Dennoch könne das DFB-Team von Rüdiger profitieren, so Söder: „Sagen wir mal so: Auch ein, zwei Spieler zu haben, die ein bisschen ‚Bad Boys‘ sind, kann auch helfen. Wenn alle nur brav und ganz nett sind und nie einen Fehler machen – weiß ich nicht.“

Auch die Erfahrung des 33-Jährigen hob der Politiker hervor: „Es haben nicht ganz so viele Champions-League-Finale gespielt.“