Finale! Der SC Freiburg hat sich im Halbfinal-Rückspiel gegen Sporting Braga (3:1) durchgesetzt und sich seinen Traum vom Europa-League-Endspiel in Istanbul erfüllt.
SC Freiburg macht Final-Traum wahr - eine klare Ansage folgt
Freiburg im Finale – Ansage folgt
Ein Doppelpack von Lukas Kübler (19./72.) sowie ein Treffer von Johan Manzambi (41.) entschieden die Partie zugunsten der Breisgauer, die erstmals überhaupt in einem Endspiel auf europäischer Bühne stehen.
Pau Victor verkürzte für die Portugiesen, die nach einer Notbremse von Mario Dorgeles in der 6. Minute in Unterzahl gespielt hatten. Das Hinspiel hatte Braga mit 2:1 gewonnen.
Europa League: Freiburg stellt Rekord von Sevilla ein
Nach dem Schlusspfiff brachen im Freiburger Europa-Park-Stadion alle Dämme: Tausende Fans stürmten auf den Rasen und feierten mit den Freiburger Profis. Erst als die Polizei eingriff, zogen sich die Anhänger der Breisgauer etwas zurück. Das hielt Trainer Julian Schuster aber nicht davon ab, inmitten der Fans auf der Tribüne zu feiern und zu singen.
„Ich verstehe den Platzsturm. Die Fans werden verrückt – und das zu Recht“, sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bei RTL.
Mit dem elften Heimspiel-Erfolg in Serie stellte Freiburg den Wettbewerbsrekord vom FC Sevilla ein (zwischen 2014 und 2016).
„Wenn wir im Finale stehen, wollen wir auch den Titel“
Im Finale (20. Mai) trifft der SC auf Aston Villa, das Nottingham Forest mit 4:0 ausschaltete.
„Ich habe gar keine Stimme mehr vom ganzen Rumschreien“, sagte Matthias Ginter bei RTL. „Wir müssen den letzten Schritt einfach noch gehen. Wir haben jetzt das wichtigste Spiel in der Vereinsgeschichte. Für Freiburg ist das einmalig.“
Torschütze Kübler sprach von einem „Traum, der jetzt wahrgeworden ist. Es ist ein einmaliger Abend im Europa-Park-Stadion. Die Stimmung war unglaublich. Wenn wir im Finale stehen, wollen wir auch den Titel.“
Und Vincenzo Grifo gab einen Ausblick auf die Partynacht: „Es ist einfach überragend. Diese Mannschaft, dieser Verein, diese Stadt hat es einfach so verdient, im Finale zu stehen. Was wir die letzten Jahre geleistet haben … Wenn wir dürfen, wird sicherlich gefeiert. Die Nacht wird nicht so viel geschlafen. Aber mit wenig Schlaf kann man auch performen am Sonntag.“
Angepeitscht von lautstarken Wechselgesängen der eigenen Fans, übernahm Freiburg auch auf dem Rasen sofort das Kommando – und war nach sechs Minuten in Überzahl: Dorgeles, der im Hinspiel in der Nachspielzeit zum Sieg für Braga getroffen hatte, brachte den allein aufs Tor zulaufenden Jan-Niklas Beste zu Fall und sah für die Notbremse von Schiedsrichter Davide Massa die Rote Karte.
Freiburg lässt Gegner keine Luft zum Atmen
Braga fiel in der Folge statt mit Offensivaktionen durch frühes Zeitspiel auf, der Druck der Freiburger nahm weiter zu – die Führung war folgerichtig: Kübler beförderte eine zu kurz abgewehrte Flanke in Richtung Tor der Portugiesen, der Ball flipperte zwischen dem Rechtsverteidiger und einem Gegenspieler hin und her und fand schließlich den Weg ins Netz.
Auch danach ließ Freiburg dem Gegner keine Luft zum Atmen, agierte im Aufbauspiel überlegt und geduldig – und erhöhte: Manzambi zog von der linken Seite nach innen und setzte den Ball aus rund 20 Metern ins rechte Eck.
Der Rückstand nach dem Hinspiel war damit gedreht, allerdings hatte Freiburg kurz vor dem Pausenpfiff beim Pfostentreffer von Victor Gomez (45.+1) auch Glück.
Spannung bis zum Schluss
Mit Beginn des zweiten Abschnitts drängte der Sport-Club auf die Entscheidung: Vincenzo Grifo traf den Außenpfosten (47.), der Flachschuss von Matthias Ginter ging nur knapp am Tor vorbei (49.), den Schuss von Manzambi kratzte Bragas Keeper Lukas Hornicek aus dem Eck (53.).
Vor den Augen von 33.700 Zuschauern, darunter der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw, steckte Braga jedoch nicht auf: Jean-Baptiste Gorby (58.) und Joao Moutinho verpassten den Anschluss (69.). Kübler erhöhte per Kopfball, ehe es Braga doch noch einmal spannend machte.
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Sport-Informations-Dienst (SID)