Titeltraum geplatzt: Der SC Freiburg hat das Europa-League-Finale gegen Aston Villa klar mit 0:3 (0:2) verloren.
Europa League: Freiburgs Titeltraum geplatzt!
Freiburgs Titeltraum geplatzt!
Damit verpassten die Breisgauer den ersten internationalen Titel der Vereinsgeschichte. Die „Villans“ hingegen konnten den zweiten englischen Europa-League-Titel in Folge sicherstellen – ein Kunststück, das zuletzt 1972/73 gelang. Im Vorjahr hatte Tottenham Hotspur den Titel geholt.
Freiburg-Frust nach Schlusspfiff
„Für den Moment spüre ich keine Zufriedenheit. Wir haben das Finale verloren. Das überwiegt für den Moment und schmerzt sehr“, ärgerte sich Trainer Julian Schuster bei RTL.
Mit etwas Abstand werde aber sicher jeder Einzelne auch den Weg zu schätzen wissen. „Es hat leider nicht gereicht. Mit ein paar Tagen Zeit werden wir das sicherlich reflektieren können, was wir geleistet und mit unseren Fans gemeinsam erreicht haben“, sagte Schuster: „Aber im Moment überwiegt die Trauer.“
„Freiburg hat nie aufgegeben. Sie haben es immer wieder versucht, aber das 0:2 war der Killer“, resümierte Experte Lothar Matthäus.
Europa League: Emerys unglaubliche Bilanz
Youri Tielemans (41.), Emiliano Buendía (45.+3) und Morgan Rogers (58.) erzielten die Tore für die Mannschaft von Unai Emery, der den Wettbewerb bereits zum fünften (!) Mal in seiner Trainerkarriere gewinnen konnte (2014, 2015 und 2016 mit dem FC Sevilla, sowie 2021 mit dem FC Villarreal).
Auf der Tribüne unterstützte Edelfan Prinz William seinen Herzensverein Aston Villa. Er wurde nach dem Schlusspfiff sichtlich emotional und musste die Freudentränen zurückhalten.
Dem SC Freiburg drückte dafür die geballte deutsche Fußball-Prominenz die Daumen. Bundestrainer Julian Nagelsmann, DFB-Präsident Bernd Neuendorf und die DFL-Spitze um Hans-Joachim Watzke, Marc Lenz sowie Steffen Merkel reisten in die türkische Metropole. Auch die Klubikonen Christian Streich und Joachim Löw waren natürlich vor Ort dabei. Auf der Tribüne gaben 11.000 mitgereiste Freiburger den Ton an.
In einer über weite Strecken ausgeglichenen ersten Hälfte waren die Freiburger im entscheidenden Moment etwas zu unaufmerksam. Nach einer Ecke kam Tielemans frei an der Sechzehnerkante zum Schuss. Der Kapitän der belgischen Nationalmannschaft fackelte nicht lange und versenkte den Ball per Volleyabnahme im linken unteren Eck.
Matthäus kritisiert: „Passt hinten und vorne nicht“
Kurz darauf stellte Buendía per Traumtor auf 2:0. Freiburgs Noah Atubolu war beim Schuss in den linken oberen Winkel machtlos. Matthäus bemängelte das Abwehrverhalten der Freiburger: „Die Zuordnung passt hinten und vorne nicht. Mann lässt sie spielen, ist zu weit entfernt“, sagte der Rekordnationalspieler.
Nach Wiederanpfiff erhöhte Rogers nach Vorlage von Buendía auf 3:0. Wieder verteidigten die Freiburger zu nachlässig, Rogers war zur Stelle und spitzelte die scharfe Hereingabe über die Linie.
Buendía hätte sogar noch auf 4:0 stellen können – wenn nicht müssen (75.). Doch der Argentinier vergab nach einer wunderbar herausgespielten Aktion freistehend aus kürzester Distanz.
Für Freiburg geht mit dem Erreichen des ersten europäischen Finals der Vereinsgeschichte dennoch eine überaus erfolgreiche Saison zu Ende. Im DFB-Pokal schaffte es das Team von Schuster bis ins Halbfinale. Dank Platz sieben in der Bundesliga spielt der SCF auch in der kommenden Spielzeit international.