Sarah Zadrazil vom FC Bayern München hat sich wehmütig zum sportlichen Absturz ihres Ex-Vereins FFC Turbine Potsdam geäußert. „Ich finde es sehr schade, weil Turbine ein sehr familiärer Verein war und immer zur Spitze Deutschlands gehört hat“, sagte die 33-Jährige im Gespräch mit SPORT1.
Star des FC Bayern klagt: "Es tut mir weh, das zu sehen"
„Es tut mir weh, das zu sehen“
Seit 2025 spielt Turbine nur noch in der zweiten Liga, zu Beginn der 2010er-Jahre war der Verein noch Teil der absoluten Spitzenteams im Frauenfußball und hatte mehrere Meistertitel eingeheimst, darunter zwischen 2009 und 2012 vier Titel in Folge. Bis heute ist der FFC der einzige Verein aus der ehemaligen DDR, der eine gesamtdeutsche Fußballmeisterschaft gewinnen konnte.
„Die reinen Frauenvereine haben es schwer“
Doch nach 20 Jahren in der Bundesliga waren die Brandenburgerinnen 2023 ins Unterhaus abgestiegen. Der direkte Wiederaufstieg folgte, war jedoch nur ein kurzes Vergnügen, und Potsdam musste sofort wieder runter. Die abgelaufene Spielzeit beendete man auf einem ernüchternden elften Platz in Liga zwei – mit den Aufstiegsrängen hatte der FFC nichts zu tun.
Der Niedergang der vormals so erfolgreichen Turbine ist Teil eines Trends, den auch Zadrazil erkennt: „Die reinen Frauenvereine haben es schwer, auch aufgrund von finanziellen Möglichkeiten. Es tut mir weh, das zu sehen“, beklagte die Offensivspielerin. „Ich würde mir natürlich wünschen, dass da auch wieder Investoren einsteigen.“
Historische Zäsur im Frauenfußball
Mit der SGS Essen war in dieser Saison der letzte reine Frauenfußball-Klub, so wie es Potsdam einer ist, aus der Bundesliga abgestiegen. Ab kommender Spielzeit sind in der obersten Spielklasse ausschließlich Teams vertreten, die mit einem Profi-Verein der Männer verbunden sind – 13 von 14 aus der Bundesliga (dazu der 1. FC Nürnberg).
Dass nun kein einziger, traditioneller Frauenverein mehr in der Bundesliga spielt, ist eine echte Zäsur. DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball Heike Ullrich hatte bei SPORT1 ihre Enttäuschung über den Essener Abstieg geäußert, aber auch von einer „Entwicklung sehenden Auges“ gesprochen.
Ähnlich sieht es Zadrazil in Bezug auf den Absturz von Potsdam, wo sie von 2016 bis 2020 spielte: „Es ist auch so ein bisschen die Zeit mittlerweile“, meinte die 33-Jährige. Zadrazil wurde in Österreich zur Fußballerin des Jahres gekürt, obwohl sie aufgrund eines Kreuzbandrisses große Teile der Saison beim FC Bayern verpasst hatte.