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DFB macht Weg frei: Ausgliederung der Frauen-Bundesliga bestätigt

DFB macht Weg frei: Ausgliederung der Frauen-Bundesliga bestätigt

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Ausgliederung der Frauen-Bundesliga beschlossen. Auf dem digitalen Bundestag wurde der Grundlagenvertrag gebilligt.
Die Megaserie der Bayern-Frauen hält an. Gegen Leverkusen droht eine Niederlage, doch in der Schlussphase drehen die Münchnerinnen auf. Alara sticht als Joker.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Ausgliederung der Frauen-Bundesliga beschlossen. Auf dem digitalen Bundestag wurde der Grundlagenvertrag gebilligt.

Die Frauen sind raus, eine neue Zeitrechnung beginnt: Ein Vierteljahrhundert nach den Männern haben sich auch die Profi-Fußballerinnen vom DFB verabschiedet. Auf einem eigens einberufenen Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes wurde die Ausgliederung der Frauen-Bundesliga einstimmig beschlossen – nach 41 Minuten war alles vorbei.

„Der internationale Wettbewerb ist intensiver geworden, andere investieren erheblich. Unser gemeinsamer Anspruch muss es sein, den Frauenfußball dauerhaft in der Spitze zu verankern“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf bei der virtuellen Zusammenkunft der 233 teilnehmenden Delegierten am Freitagnachmittag: „Es ist eine bedeutende Richtungsentscheidung und wichtige Weichenstellung. Die Zukunft des Fußballs wird weiblicher sein.“

Frauen-Bundesliga wird eigenständig

Der Bundestag hat die notwendigen Satzungsänderungen für die Ausgliederung beschlossen und die vertraglichen Grundlagen für die Übertragung der Liga auf den Ligaverband FBL gebilligt. Der Grundlagen- und Pachtvertrag tritt am 1. Juli des kommenden Jahres in Kraft. Er regelt die Eckpunkte der Zusammenarbeit in der dann zweigleisigen Verbandsstruktur – unter anderem die Geldflüsse.

Für die Abstellung der Spielerinnen zu den Nationalmannschaften zahlt der DFB jährlich zwischen 1,4 und 1,6 Millionen Euro an die FBL. Zudem wird die FBL mit 50 Prozent an einem „möglichen wirtschaftlichen Überschuss aus den Endturnieren der A-Nationalmannschaft der Frauen“ beteiligt. Auf der anderen Seite fließen unter anderem drei Prozent der Medienerlöse an den DFB.

Der FBL e.V. wird ordentliches Mitglied im DFB, die Ligaverbands-Präsidentin Katharina Kiel nimmt einen Platz im DFB-Präsidium ein. „Die Grundlage wurde geschaffen, dass wir die Frauen-Bundesliga sportlich und ökonomisch weiterentwickeln dürfen“, sagte Kiel: „Die Verantwortung liegt nun in unserer Hand.“

Joint Venture kam nicht zustande

Analog zur Männer-Bundesliga (früher Deutsche Fußball Liga) wird die FBL eine GmbH als Tochtergesellschaft gründen. Sie soll als operative Ligagesellschaft zentrale Aufgaben wie die Organisation, Vermarktung und Weiterentwicklung verantworten. Eine externe Personalberatung sucht nach einer hauptamtlichen Geschäftsführung. Der Sitz soll in der ehemaligen DFB-Zentrale in Frankfurt/Main sein.

Der Vorlauf der Ausgliederung hatte sich schwierig gestaltet. Ursprünglich wollten der DFB und die FBL ein Joint Venture gründen. So sollte die Professionalisierung der Bundesliga vorangetrieben werden, um international nicht den Anschluss zu verpassen. Doch ausgerechnet am Tag nach der Vergabe der EM-Endrunde 2029 an Deutschland eskalierte der Streit um Entscheidungsbefugnisse. Die FBL wich vom gemeinsamen Weg ab und gründete sich im Dezember 2025 eigenständig. Ende Juni stimmten die 14 Klubs dem im Mai ausgehandelten Grundlagenvertrag mit dem DFB zu.

Die Frauen-Bundesligisten wollen ihre neue Eigenständigkeit nutzen, um nicht weiter von der europäischen Konkurrenz abgehängt zu werden. War die deutsche Eliteklasse vor wenigen Jahren noch das Maß der Dinge, ist es damit längst vorbei. Zahlreiche Top-Spielerinnen sind bereits abgewandert, die Europacup-Bilanz sieht schlecht aus. Um das zu ändern, wollen die Vereine in den nächsten Jahren 700 bis 800 Millionen Euro investieren. Auch der DFB will jede Menge Geld in den Frauenfußball investieren – 100 Millionen Euro sind zugesagt.

TV-Verträge laufen aus

Viel Zeit kann sich die FBL bei wichtigen Entscheidungen nicht lassen. So laufen die TV-Verträge aus. Noch in diesem Jahr sollen die Medienrechte für die kommenden beiden Spielzeiten vergeben werden. „Wir sind froh, wenn wir das Erlöspotenzial erhalten. Die Reichweite steht im Vordergrund“, sagte Kiel. Bislang fließen pro Jahr 5,17 Millionen Euro, alle Partien laufen bei MagentaTV und DAZN, die Montagsspiele zudem bei SPORT1, ARD und ZDF übertragen ausgewählte Spiele.

Für Zündstoff sorgen FBL-Planspiele mit einem Playoff-Format gegen die Monotonie im Titelkampf. Dagegen haben sich der FC Bayern und der VfL Wolfsburg, die Meister der vergangenen 14 (!) Jahre, ausgesprochen. Entscheiden darüber soll eine Versammlung der Vereine am 30. November.

Das Topspiel der Frauen-Bundesliga – montags LIVE im Free-TV und im kostenlosen Stream auf SPORT1