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Sie führte die deutschen Juniorinnen zum EM-Titel

Sie führte die DFB-Talente zum Titel

Mit den U17-Juniorinnen ist DFB-Trainerin Sabine Loderer gerade Europameisterin geworden. Im Podcast "Flutlicht an!" spricht sie über eine besondere Generation, ihre Leidenschaft für die Arbeit mit jungen Menschen und die Entwicklung im Fußball der Frauen.
Sabine Loderer ist als Trainerin mit den U17 DFB-Juniorinnen Europameisterin geworden
Sabine Loderer ist als Trainerin mit den U17 DFB-Juniorinnen Europameisterin geworden
© IMAGO/Steinbrenner
Mit den U17-Juniorinnen ist DFB-Trainerin Sabine Loderer gerade Europameisterin geworden. Im Podcast "Flutlicht an!" spricht sie über eine besondere Generation, ihre Leidenschaft für die Arbeit mit jungen Menschen und die Entwicklung im Fußball der Frauen.

Wenn Sabine Loderer über ihren Job spricht, müsste sie gar nicht dazusagen, wie viel Freude ihr der bereitet: Es wird schon aus der Art des Erzählens deutlich, wie viel ihr das, was sie tut, bedeutet. Erfolgreich ist die 45-Jährige dabei außerdem: Gerade ist sie als Trainerin mit den U17 DFB-Juniorinnen Europameisterin geworden.

Zwei Siege und gegen die Gastgeberinnen eine knappe Niederlage im dritten Gruppenspiel, die Spanierinnen im Halbfinale im Elfmeterschießen geschlagen und im Finale 1:0 gegen die Französinnen – wie würde sie selbst ihre Truppe beschreiben? „Die Mädels zeichnen sich aus durch eine ganz große Widerstandskraft“, findet Loderer.

In dem jungen Alter sei für die Spielerinnen auch die gemeinsame Reise zu Turnieren etwas ganz Besonderes, den im Fußball häufig genutzten Begriff der „Klassenfahrt“ würde sie für ihre Truppe aber nicht unterschreiben. Denn die, erzählt Loderer, würden sich selbst eher als Familie beschreiben. Dieser Zusammenhalt sei durchaus Teil des Erfolgs.

Mehr als nur Fußballtraining

Mit den jungen Frauen zu arbeiten bedeute weit mehr, als sie im Fußball weiterzuentwickeln, sagt ihre Trainerin. Sie begleite die Spielerinnen in einer prägenden Altersphase. Deshalb sei es wichtig, dass die schon in der U16 beginnt und erst nach der U17 endet. So kann Vertrauen wachsen in einer Phase, in der die Spielerinnen viel Zeit in ihrer „DFB-Familie“ verbringen.

Fußballerisch kommen die „Mädels“ heute mit einer meist guten Basis aus den Vereinen zu den Lehrgängen, sagt Loderer, die findet, da habe sich in Sachen Struktur schon viel getan. Die Spielerinnen seien insgesamt fitter und gewohnt, unter Druck Entscheidungen zu treffen. Der gute Austausch mit den Clubs ist ihr wichtig, es gehe darum, gemeinsam den besten Weg zu ebnen für eine Talententfaltung und Entwicklung der Spielerinnen.

Loderer selbst hat nach der Jugendzeit sechs Jahre beim FC Bayern gekickt und bezeichnet die Phase um die Jahrtausendwende als eine, in der diese erstmals anfingen „ernst zu machen“, was den Fußball der Frauen betrifft. Unter den damals verpflichteten Nationalspielerinnen war auch Nadine Angerer. Parallel zur Meisterinnenschaft der Frauen feierte die Truppe im letzten Mai das 25. Jubiläum des Aufstieges in die 1. Liga in der Saison 1999/2000.

„Unterstützung innerhalb der Frauen ist immens“

In vielen Annalen wird das Team dafür als „Meister“ bezeichnet, die DFB-Juniorinnen von heute schon viel selbstverständlicher als „Europameisterinnen“. Sind ihr diese sprachlichen Themen wichtig? Ja, bestätigt Loderer, sie achte schon auf inklusive Formulierungen. Oder merke an, dass an der Tür zu ihrem Arbeitsreich „Trainerbüro“ steht. Alle mitnehmen, auch da.

Überhaupt ist Loderer anzumerken, wie sehr sie in aktuellen Themen im und jenseits des Fußballs drinsteckt, wie deutlich sie sich ihrer eigenen Verantwortung bis in kleine Verästelungen hinein bewusst ist. Das gilt auch dafür, als Frau, die ihren Platz in der noch oft sehr männlich dominierten Fußballwelt gefunden hat, darauf zu achten, dass andere diese Möglichkeit ebenso haben.

Mit sehr viel Zuneigung und großer Hochachtung spricht Loderer beispielsweise von Marie-Louise Eta, die zuletzt mit den Profis von Union Berlin den Klassenerhalt geschafft hat, aber auch schon mit Loderer im Team war. Oder verweist auf die gute Arbeit von Britta Carlson beim FC Köln, den Erfolg von Friederike „Fritzy“ Kromp bei Werder Bremen. „Die Unterstützung innerhalb der Mädels und Frauen, die da schon sehr große Schritte gegangen sind, ist immens“ beschreibt sie den Zusammenhalt und gegenseitigen Support von gerade den Trainerinnen innerhalb des Systems. „Das ist auch was, was einen selbst total stärkt – und wo man auch in der Verantwortung ist, Stärke zurückzugeben.“