Nach der dritten Weltmeisterschaft in Folge ohne Italien befindet sich die Nation auf Ursachenforschung. Auch Jürgen Klinsmann äußerte sich deutlich zu den Gründen für das Scheitern und zeigte sich dabei betroffen.
Klinsmann spottet: "Yamal und Musiala wären in der Serie B"
„Musiala und Yamal wären in Serie B“
„Ich habe sehr mit meinen italienischen Freunden in Los Angeles gelitten“, berichtete der 61-Jährige, der in seiner aktiven Profikarriere in der italienischen Serie A für Inter Mailand und Sampdoria Genua aktiv war, im Interview bei der italienischen Gazzetta dello Sport. Das Playoff-Spiel zwischen Italien und Bosnien-Herzegowina, welches die Nicht-Qualifikation der Squadra Azzurra besiegelte, machte den ehemaligen Bundestrainer betroffen. „In der Nacht konnte ich kaum schlafen“, sagte er mitfühlend.
Vertrauensprobleme im italienischen Fußball
Ein zentraler Grund für die verpasste Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2026 liegt für Klinsmann in der mangelnden Talentförderung. „Italien zahlt den Preis für seinen Mangel an Führungsspielern, technisch versierten Spielern und dem fehlenden Vertrauen in junge Talente“, betonte der Weltmeister von 1990.
Mit einem sarkastischen Unterton zog er dabei einen provokanten Vergleich und sprach das fehlende Vertrauen in Nachwuchsspieler bei italienischen Top-Klubs an. „In Italien würden Yamal und Musiala wahrscheinlich in die Serie B geschickt werden, um dort Erfahrung zu sammeln“, sagte Klinsmann.
Der Shootingstar von FC Barcelona, Lamine Yamal, spielt mit 18 Jahren bereits eine entscheidende Rolle im Team von Hansi Flick. Auch Jamal Musiala erhielt früh Vertrauen und feierte beim FC Bayern München bereits mit 17 Jahren sein Debüt.
Weltmeister kritisiert Spielphilosophie
Darüber hinaus kritisierte Klinsmann die grundsätzliche Spielphilosophie vieler italienischer Trainer. „Bei vielen steht im Mittelpunkt, nicht zu verlieren, statt um jeden Preis gewinnen zu wollen. Und das sind die Resultate“, behauptete er.
Die Konsequenzen aus dem Scheitern des viermaligen Weltmeisters folgten unmittelbar: Der bisherige Nationaltrainer Gennaro Gattuso musste seinen Platz räumen, ein Nachfolger steht bislang noch aus. Auch Präsident Gabriele Gravina zog Konsequenzen und legte sein Amt nieder.