Rund vier Monate vor der WM blickt DFB-Sportdirektor Rudi Völler mit Sorge auf die jüngste Gewalteskalation in Mexiko. Der 65-Jährige bezeichnete die Vorgänge im Land des Co-Gastgebers als „erschreckend“.
WM 2026: "Erschreckend" - Völler reagiert auf Unruhen in WM-Land
Völler sorgt sich um WM-Gastgeber
„Wir haben alle natürlich die Hoffnung, dass sich das in den nächsten Tagen und Wochen wieder beruhigt, bis die WM losgeht“, erklärte Völler bei der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin.
Nach der Tötung des berüchtigten Drogenbosses Nemesio „El Mencho“ Oseguera Cervantes durch die Armee haben mutmaßliche Bandenmitglieder in weiten Teilen Mexikos eine Welle der Gewalt ausgelöst. In 20 der 32 Bundesstaaten kam es am Sonntag (Ortszeit) zu Ausschreitungen, am Montag blieben in mehreren Staaten Schulen und Gerichte geschlossen. Besonders von der Gewalt betroffen ist der Bundesstaat Jalisco, dessen Hauptstadt der WM-Spielort Guadalajara ist.
Völler lehnt einen WM-Boykott ab
Zuvor hatte vor allem Co-Gastgeber USA aufgrund des heftigen Vorgehens der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten für Empörung und Boykott-Aufrufe gesorgt. Auch die Besitzansprüche von US-Präsident Donald Trump auf Grönland heizten die Thematik an.
Von der aktuellen Debatte um einen WM-Boykott ist Völler allerdings kein Fan. „Es ist sinnlos, das zu diskutieren. Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten“, betonte er.
Völler wies auf seine Erfahrungen als Profi hin, als es aus politischen Gründen von mehreren Nationen Boykotte der Olympischen Spiele 1980 in Moskau und Los Angeles 1984 gegeben hatte. „Ich war schon immer gegen einen Boykott, weil es halt nichts bringt“, stellte er klar.
„Wir sind vor Ort, um Fußball zu spielen“
Nach Ansicht von Völler sollten politische Themen nicht den WM-Trip der Nationalmannschaft überschatten.
„Wir sind vor Ort, um Fußball zu spielen“, erklärte der DFB-Sportdirektor. „Es gibt keine Maulkörbe, jeder kann seine Meinung sagen und kann auch Dinge kritisch sehen, aber nicht am Tag vor dem Spiel“, meinte der Weltmeister von 1990.