Die Diskussion um eine mögliche Rückkehr von Manuel Neuer in die deutsche Nationalmannschaft zur WM hört nicht auf. Nun hat sich auch Trainerlegende Felix Magath deutlich positioniert. In einem Interview mit dem Portal Wettbasis äußerte sich der frühere Bundesliga-Coach klar pro Neuer und deutete zugleich auf mögliche Spannungen im Hintergrund mit Bundestrainer Julian Nagelsmann hin.
Neuer und Nagelsmann: Auch Felix Magath denkt sich seinen Teil
Neuer? Magath positioniert sich klar
Magath ließ durchblicken, dass sportliche Gründe allein womöglich nicht ausschlaggebend für die Entscheidung einer Rückkehr sind: „Wir denken, dass es kein ungetrübtes Verhältnis ist zwischen dem Bundestrainer und Manuel Neuer.“
„Aussichten mit Neuer wären besser“
Ob die angeblichen persönlichen Diskrepanzen – die Neuer am Wochenende dementierte – tatsächlich entscheidend für die aktuelle Torwartfrage sei, ließ der 72-Jährige offen. Er stellte jedoch klar, dass er die sportliche Qualität Neuers weiterhin über jeden Zweifel erhaben sieht.
Für Magath steht fest, dass der Weltmeister von 2014 der Mannschaft nach wie vor bei dem anstehenden Turnier in den USA, Kanada und Mexiko helfen könnte: „Ich bin überzeugt, er hätte der bundesdeutschen Auswahl sehr gut getan und er wäre sicher auch heute noch der beste Torhüter. Die Aussichten der deutschen Fußballnationalmannschaft mit Manuel Neuer wären sicher besser als ohne ihn.“
Magath vertritt damit eine ähnliche Ansicht wie Lothar Matthäus, Benedikt Höwedes und Jan Age Fjörtoft, die die Neuer-Debatte nach der Gala im Hinspiel gegen Real Madrid neu geschürt hatten. Am Montag sprach sich auch der frühere Weltmeister-Torhüter und langjährige Bundes-Torwarttrainer Sepp Maier im SPORT1-Interview für ein DFB-Comeback Neuers aus.
Neuer? „War sehr pflegeleicht“
Besonders beeindruckt zeigte sich Magath von Neuers Professionalität und Eigenmotivation. Der Keeper sei ein Spielertyp, der kaum Anleitung benötige: „Da muss man die Trainer-Spieler-Beziehung richtig einordnen. Ein Spieler wie Manuel Neuer macht im Grunde aus sich heraus seinen Job.“
Laut des 72-Jährigen bräuchte Neuer kaum einen Trainer, weil er selbst das Bedürfnis hätte, besser werden zu wollen und an sich zu arbeiten. „Insofern war ein Manuel Neuer sehr pflegeleicht, weil er sich eben nie außerhalb der Mannschaft gestellt hat“, erklärte die Trainerlegende, die ihn zwischen 2009 und 2011 beim FC Schalke 04 begleitete.
Magath erinnerte sich zudem an eine prägende Beobachtung aus der gemeinsamen Zeit: „Manuel Neuer war der einzige Torhüter, den ich hatte, der bei Ausdauereinheiten vorneweg gelaufen ist – nicht hinterher.“ Ein Detail, das für den erfahrenen Coach sinnbildlich für Neuers Einstellung steht und ihn von vielen Torhütern unterscheide.