Mit Maximilian Mittelstädt und Chris Führich ist für zwei Spieler des VfB Stuttgart der Traum von der WM-Teilnahme mit Deutschland geplatzt. Die Entscheidung, das Duo nicht zu nominieren, ist Bundestrainer Julian Nagelsmann besonders schwergefallen.
"Absolute Härtefälle": Diese WM-Absage tut Nagelsmann "extrem weh"
Nagelsmann nennt „absolute Härtefälle“
„Beide sind formstark und haben gute Schritte gemacht in der Rückrunde. Die gehören zu den absoluten Härtefällen“, erklärte der 38-Jährige am Donnerstag im Rahmen der Kaderbekanntgabe in Frankfurt.
Bei Mittelstädt tue es ihm „extrem weh und leid, weil er eine tolle Entwicklung genommen hat“, betonte Nagelsmann. Der Linksverteidiger sei bereits mit den letzten DFB-Absagen „herausragend“ umgegangen, fügte der Coach an: „Er hat immer eine ganz, ganz menschliche Art gehabt.“
Nagelsmann: „Er hätte es auch verdient, dabei zu sein“
Auch sportlich habe sich Mittelstädt „nicht viel vorzuwerfen“. Es habe Überlegungen gegeben, den 29-Jährigen als dritten Linksverteidiger neben Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt) und David Raum (RB Leipzig) mitzunehmen.
„Aber dann verlierst du natürlich – und das ist die Krux an der Kaderplanung – irgendwo einen Offensivspieler, wenn du noch einen Linksverteidiger mitnimmst“, erklärte Nagelsmann die Absage für Mittelstädt. „Er hätte es auch verdient, dabei zu sein, aber die anderen beiden leider auch.“
Bei Führich sei ausschlaggebend gewesen, dass der Flügelspieler in der Nationalmannschaft nie sein „VfB-Gesicht zeigen konnte“, schilderte Nagelsmann. „Er hat bei uns nie schlecht trainiert, nie schlecht gespielt, aber dieses komplett Befreite, auch vom Standing her, was er beim VfB hat, hat er bei uns leider nie zu hundert Prozent erreicht.“
VfB-Duo bleibt daheim: „Nuancen, die dazu geführt haben“
Stattdessen sei die Wahl auf Vereinskollege Jamie Leweling gefallen, „weil er einfach ein paar mehr Positionen abdeckt. Das sind Nuancen, die dazu geführt haben.“
Neben Leweling stehen aus Stuttgart auch Alexander Nübel, Deniz Undav und Angelo Stiller im DFB-Aufgebot für die WM in Nordamerika. Letztgenannter habe sich seinen Platz durch „absolut stabile Leistungen verdient“, begründete Nagelsmann.
Der Bundestrainer hatte Stiller beim Lehrgang im März zunächst nicht in den Kader berufen, dann aber aufgrund von verletzungsbedingten Ausfällen nachnominiert. „Wir hatten dann ein sehr gutes Gespräch vor Ort, als er nachnominiert wurde. Ich habe ihm die Dinge gesagt, die ich für wichtig ansehe, um seine Rolle wieder besser dastehen zu lassen als davor“, erklärte Nagelsmann.
Nagelsmann lobt Stillers Entwicklung
Die beiden Spiele gegen die Schweiz und Ghana habe Stiller dann sehr gut gespielt: „Er hat sich den Druck und die Nervosität nicht anmerken lassen. Ich war super zufrieden mit seiner Leistung und wie er sich beim Lehrgang gegeben hat.“
Neben dem ebenfalls nominierten Aleksandar Pavlovic vom FC Bayern sei Stiller der „stabilste“ tiefe Sechser der Bundesliga, lobte Nagelsmann abschließend.