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Antonio Rüdiger lässt tief blicken: "Zu dem gemacht, der ich bin"

Für Rüdiger schließt sich ein Kreis

Antonio Rüdiger gibt Einblicke in sein soziales Engagement für die Heimat seiner Eltern - und erklärt, warum deren Flucht aus Afrika ihn bis in die deutsche WM-Mannschaft geführt hat.
Vor dem ersten Länderspiel gegen die Schweiz äußert sich Bundestrainer Julian Nagelsmann zur Personalie Antonio Rüdiger und dessen Rolle während der beiden Testspiele.
Antonio Rüdiger gibt Einblicke in sein soziales Engagement für die Heimat seiner Eltern - und erklärt, warum deren Flucht aus Afrika ihn bis in die deutsche WM-Mannschaft geführt hat.

Antonio Rüdiger hat auf seinen Weg bis in die deutsche Nationalmannschaft zurückgeblickt – und dabei erklärt, warum er als Sohn von Flüchtlingen Verantwortung übernehmen will.

„Mein Ziel war es immer, meiner Familie zu helfen: hart zu arbeiten, für sie erfolgreich zu sein und ihnen eines Tages all das zurückzugeben, was sie für mich getan hat“, schrieb der Verteidiger von Real Madrid in einem veröffentlichten Brief an UNHCR, eine Flüchtlingsorganisation der UN.

Die eigenen Anfänge im Berliner Stadtteil Neuköln hätten seinen Weg enorm beeinflusst, verriet er in dem Schreiben: „Diese Straßen Berlins haben mich geprägt, mir beigebracht, mich zu verteidigen, und mich zu dem gemacht, der ich heute bin.“

Rüdiger: Ich möchte für mein Land gewinnen

„Und nun, in diesem Sommer, werde ich Deutschland bei einer Weltmeisterschaft vertreten. Für mich schließt sich damit der Kreis“, betonte der Verteidiger von Real Madrid, der sich mit der Antonio Rüdiger Stiftung in Sierra Leona engagiert – das Land, aus dem seine Eltern einst fliehen mussten.

Es erfülle ihn mit Stolz, es bis zum Nationalspieler geschafft zu haben. „Aber mir ist auch bewusst, dass diese Rolle und diese Bühne eine Verantwortung mit sich bringen: meinen Einfluss positiv zu nutzen. Eines ist mir klar: Auf dem Platz werde ich für Deutschland absolut alles geben. Ich möchte für mein Land gewinnen.“

Es sind diese Qualitäten, die zuletzt auch Bundestrainer Julian Nagelsmann an Rüdiger gelobt hatte. „Antonio verkörpert verschiedene Dinge wie Siegeswillen, die Mentalität zu verteidigen, die auch wichtig sind, nicht nur auf dem Platz“, hatte der DFB-Coach im April erklärt.

Rüdigers Rolle in der deutschen Auswahl ist aufgrund einiger Fehltritte auf oder am Rande des Spielfelds nach wie vor durchaus umstritten. Zuletzt hatte sich die DFB-Legende Nadine Angerer dafür ausgesprochen, den 33-Jährigen aus dem offiziell noch nicht verkündeten WM-Aufgebot zu streichen.