Für Matthias Ginter hätten es Feiertage werden können. Erst das Finale der Europa League mit dem SC Freiburg am Mittwoch, dann gab Bundestrainer Julian Nagelsmann einen Tag später sein Aufgebot für die anstehende Weltmeisterschaft bekannt. Doch die Freude blieb für den 32-Jährigen aus: Das Endspiel ging verloren, ein WM-Ticket hat er nicht erhalten. Nun hat er vielsagend reagiert.
"Sehr viel Leere": Ginter meldet sich nach doppelter Enttäuschung
Ginter reagiert auf WM-Aus
„Mehr hätte ich nicht machen können. Ich habe alles versucht und alles getan“, äußerte sich Ginter beim Empfang der Breisgauer in der Heimat zur Nichtberücksichtigung durch Bundestrainer Julian Nagelsmann deutlich. Die Enttäuschung sei „sehr groß“, betonte er, aber: „Natürlich werde ich auch der Mannschaft die Daumen drücken. Die letzten 24 Stunden waren hart.“ Während Ginter mit Sprechchören gefeiert wurde, gab es für Nagelsmann Pfiffe.
Deswegen hat sich Nagelsmann anders entschieden
Auf Instagram meldete sich Ginter ebenfalls zu Wort. „Aktuell sehr viel Leere. Wie so oft, wenn Träume platzen. Danke an alle, die diese Saison so besonders gemacht haben“, schrieb er dort und fügte hinzu: „Zu allem anderen kann ich aktuell auch nichts Ehrliches sagen, vielleicht irgendwann mal. Vielen Dank auch hier an alle für die Unterstützung in den letzten Wochen und Monaten.“
Nagelsmann selbst hat am Mittwoch die Nichtberücksichtigung Ginters erklärt: „Wir haben mehrere Feedback-Gespräche gehabt. Er hat den Nachteil: Er war in meinen drei Jahren nie dabei. Das kann man mir ankreiden. Aber auch dafür hatten wir unsere Gründe. Das habe ich ihm auch gesagt und das bleibt auch intern. Aber er hat sich sportlich nicht viel vorzuwerfen. Trotzdem musst du dann immer auf eine Gesamtthematik achten. Du musst überlegen, welche Spieler zusammenpassen.“
WM? Im Vorfeld erhielt Ginter viel Zuspruch
Das letzte seiner 51 Länderspiele absolvierte Ginter im Juni 2023, damals noch unter Hansi Flick. Dennoch sprachen sich im Vorfeld der Nominierung viele Fans und Experten für eine Berufung des Innenverteidigers aus, der in der abgelaufenen Saison in Freiburg auf ganzer Linie überzeugen konnte.
„Er hat die Erfahrung, mit der Nationalmannschaft war er schon bei drei Weltmeisterschaften dabei. Er hat mit Mönchengladbach und Dortmund international gespielt“, sagte unter anderem Lothar Matthäus.
Für Ginter reichte es jedoch nicht. Nachdem die Breisgauer den ersten internationalen Titel der Vereinsgeschichte gegen Aston Villa (0:3) verpasst haben, hat er nun Sommerpause und darf nicht mit zum Turnier in den USA, Kanada und Mexiko.