Torwart-Legende Sepp Maier kann die Entscheidung von Julian Nagelsmann, Bayern-Keeper Jonas Urbig als „Trainingstorhüter“ mit zur anstehenden Weltmeisterschaft zu nehmen, nicht verstehen – und stellt die ganze Idee infrage.
Urbig zur WM? "Sind die jetzt alle verrückt geworden?"
„Sind die jetzt verrückt geworden?“
„Was ist denn bitte ein ‚Trainingstorhüter‘? Sind die jetzt alle verrückt geworden? Dann soll Nagelsmann doch gleich sagen, dass er vier Torhüter mitnimmt“, sagte der 82-Jährige im SPORT1-Interview und lachte: „Fehlt nur noch, dass er den Freiburger Noah Atubolu als Elfmeter-Torhüter einpackt.“
Zum Hintergrund: Der 22 Jahre alte Urbig fliegt als vierter Keeper hinter Rückkehrer Manuel Neuer, Oliver Baumann und Alexander Nübel zum Turnier nach Nordamerika, obwohl er nicht offiziell in den finalen 26-Mann-Kader berufen wurde. Am Donnerstag erklärte Nagelsmann den Anlass seiner besonderen Maßnahme.
So begründete Nagelsmann die Urbig-Maßnahme
„Wir wollen im Training einen vierten Torwart zur Verfügung haben, der sich in alles reinwirft, der immer Vollgas gibt“, betonte Nagelsmann und fuhr fort: „Die Spieler wollen nach jedem Training noch 45 Minuten schießen, das dürfen sie nicht immer, aber gelegentlich. Und dann ist es schon gut, wenn man die Belastung auf mehrere Personen verteilen kann. Deswegen ist Jonas verdientermaßen dabei.“ Der Bundestrainer sei sich sicher, dass Urbig seine Rolle „sehr gut“ ausüben werde.
Laut Nagelsmann gibt es dazu einen weiteren Vorteil, Urbig als Trainingstorhüter zu berücksichtigen. Der Keeper wäre bereits vor Ort, sollte eine Nachnominierung zwischen den Pfosten nötig sein.
„Es ist schon super weit, bis einer aus Deutschland dahinfliegt“, stellte der 38-Jährige klar. So könne man auf gewisse Situationen reagieren, die eintreten können.
Urbig hat in der laufenden Saison 19 Pflichtspiele für den FC Bayern bestritten. Seine Rolle ist nun nicht ganz neu. Bei der Heim-EM 2024 hatte– unter anderen logistischen Voraussetzungen – noch Jan Reichert vom 1. FC Nürnberg als Ergänzungsspieler fürs Training fungiert.