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Völler warnt DFB-Stars - aber "kein Maulkorb"

Völler warnt DFB-Stars

Die DFB-Stars sollen zwar keinen Maulkorb bekommen, Rudi Völler möchte bei der WM dennoch keine politischen Äußerungen hören.
Auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler spürt noch keine große WM-Euphorie in Deutschland, nimmt dabei aber vor allem die Mannschaft in die Pflicht.
Die DFB-Stars sollen zwar keinen Maulkorb bekommen, Rudi Völler möchte bei der WM dennoch keine politischen Äußerungen hören.

DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat die Nationalspieler angesichts der Debatten um die weltpolitische Lage und um US-Präsident Donald Trump bei ihren Äußerungen um Zurückhaltung gebeten.

Es werde für Kapitän Joshua Kimmich, Manuel Neuer und Co. zwar „keinen Maulkorb“ geben, sagte Völler zum Start der Vorbereitung auf die WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) in Herzogenaurach. Aber er glaube, „dass wir gut daran tun, das ein bisschen zu trennen. Wir sind da, um eine Weltmeisterschaft zu spielen.“

Wenn sich einer der 26 Spieler äußern wolle, „kann er das gerne im Vorfeld tun“, führte Völler weiter aus, aber doch bitte nicht während des Turniers. „Wir sind Fußballer. Wir wollen die Leute begeistern, dass sie vielleicht auch mal auf andere Gedanken kommen.“

Keine Medienschulung für DFB-Stars

Die Probleme der Welt könne man „sowieso nicht ändern. Es gibt viele Dinge in der Welt, die uns allen nicht gefallen. Ich hätte auch gerne mehr Frieden. Überall. Aber das wird jetzt nicht zu lösen sein bis zum Eröffnungsspiel“, sagte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Deshalb wird es im DFB-Trainingslager vor dem Abflug in die USA auch keine spezielle mediale Schulung für die Stars geben, kündigte Völler an.

Bei den vorangegangen Turnieren in Russland und vor allem in Katar hatten politische Diskussionen beim DFB für einige Unruhe gesorgt. Das Team war jeweils in der Vorrunde gescheitert.

Klinsmann und Bierhoff warnen

Deshalb warnte auch der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann eindringlich davor, die politische Debatte rund um das Gastgeberland USA erneut über den sportlichen Fokus zu stellen. 2018 und 2022 habe man in Deutschland „alles kaputt geredet. Damit haben wir unsere Mannschaft praktisch bestraft“, sagte Klinsmann der Rheinischen Post.

Auch der frühere Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff hatte zuletzt schon gefordert, dass man „die Spieler schützen muss. Sie dürfen sich nicht treiben lassen. Man sollte ihnen sagen: Lasst die Medien meckern und konzentriert euch auf den Sport“, sagte Bierhoff dem Magazin stern.

Deutschland trifft bei der WM in der Gruppe E auf Curacao (14. Juni), die Elfenbeinküste (Cote d’Ivoire/20. Juni) und Ecuador (25. Juni).