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"Vom Blitz getroffen": Er kann sein WM-Trauma nicht überwinden

Der Traumabewältigung beraubt

Randal Kolo Muani verpasst im WM-Finale 2022 die Chance, Frankreich zum Titel zu schießen. Die Möglichkeit, sein Trauma zu überwinden, bekommt er nicht.
Didier Deschamps hat Verständnis für den Frust von Eduardo Camavinga, nicht für den WM-Kader nominiert worden zu sein. Er meinte, die Konkurrenz sei sehr stark, jedoch sei das Talent des Königlichen groß und er hätte noch genug Zeit.
Randal Kolo Muani verpasst im WM-Finale 2022 die Chance, Frankreich zum Titel zu schießen. Die Möglichkeit, sein Trauma zu überwinden, bekommt er nicht.

Die Bilder sind unvergessen. Es lief bereits die Nachspielzeit der Verlängerung im WM-Finale 2022 zwischen Argentinien und Frankreich. Kylian Mbappé hatte kurz zuvor für Frankreich zum 3:3 ausgeglichen. Plötzlich tauchte Randal Kolo Muani frei vor Emiliano Martínez auf – und scheiterte am herausragend parierenden Keeper.

„Es hätte mein Leben verändern können“, sagte Kolo Muani ein paar Monate später der französischen Sportzeitung LÉquipe. Drei Jahre später lässt sich festhalten: In gewisser Weise lebensverändernd war die Szene trotzdem.

„Französische Revolution“: Kolo Muani fehlt im WM-Aufgebot

Zum Zeitpunkt seines Fehlschusses befand sich der Angreifer mitten in der stärksten Saison seiner Karriere: 23 Tore und 17 Assists verbuchte er am Ende für Eintracht Frankfurt.

Die Schlüsselszene während der Winter-WM in Katar mitten in der Saison hatte zunächst also keine unmittelbaren Auswirkungen auf seine Leistungen im Verein.

Doch daran anknüpfen konnte er in der Folge nicht mehr. Als nun am Donnerstag Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps sein Aufgebot für die WM in den USA, Mexiko und Kanada bekanntgab, fehlte Kolo Muanis Name.

Während die spanische AS von einer „französischen Revolution“ schrieb und Kolo Muani als „wie vom Blitz getroffen“ bezeichnete, wertete die französische Presse die Nichtberücksichtigung als logische Konsequenz der katastrophalen Saison seines Klubs Tottenham Hotspur, der in der Premier League gegen den Abstieg kämpft.

Nur ein Tor gelang ihm in 28 Liga-Einsätzen für die Spurs. In der Champions League waren es immerhin vier Treffer in neun Partien.

Mateta statt Kolo Muani zur WM

Laut L’Équipe habe Kolo Muani bis zuletzt mit einer Nominierung gerechnet. Von entsprechenden Signalen bei seiner letzten Berufung im März war die Rede, zumal durch die Verletzung des Ex-Frankfurters Hugo Ekitiké ein Kaderplatz in der Offensive offen war.

Doch Deschamps entschied sich für den früheren Mainzer Jean-Philippe Mateta, der erst in der WM-Qualifikation sein Debüt gefeiert hatte – während Kolo Muani die Quali auch aufgrund von Verletzungen komplett verpasste und erst im März wieder in den Kreis der Équipe Tricolore zurückkehrte.

„Er ist ein Strafraumspieler mit guter Treffsicherheit“, begründete Deschamps seine Entscheidung für Mateta, der in seinen drei Länderspielen zwei Tore erzielte. „Er hat ein anderes Spielerprofil und ist eine Option, die ebenfalls nützlich sein kann.“

Bezeichnend: Kolo Muanis Nichtnominierung war ansonsten auf der Pressekonferenz kein Thema mehr.

Kolo Muanis Zukunft offen

Wie es nach dem Sommer für den 27-Jährigen weitergeht, ist ebenfalls noch offen. Seine Leihe an die Spurs endet.

Vorerst geht es für ihn zurück zu PSG, wo sein Vertrag noch bis 2028 läuft. Aber es soll Juventus Turin laut Gazzetta dello Sport erneut Interesse bekundet haben, 2025 war er bereits für ein halbes Jahr an die Alte Dame verliehen.

Die Chance, sich bei der WM ins Schaufenster zu stellen, hat Kolo Muani nun jedenfalls nicht. Und er wurde der Möglichkeit beraubt, sein Trauma aus dem Endspiel 2022 zu überwinden.

„Ich kann diese Chance nicht vergessen“, sagte Kolo Muani später in einem anderen Interview mit beIN Sports. „Ich denke, ich werde diese Szene mein Leben lang nie verdauen.“