Auch andere Nationen müssen für ihre Gruppenspiele der Fußball-Weltmeisterschaft quer durch die USA oder nach Kanada und Mexiko reisen – für den Iran ergibt sich allerdings eine ganz besonders absurde Situation.
2 Stunden, um USA zu verlassen! Absurde WM-Regeln für Iran
Absurde WM! 2 Stunden zur Abreise
Die Delegation muss sich trotz der erteilten US-Visa auf ein Turnier voller sportlicher und bürokratischer Hürden einstellen – weil der Streit zwischen den Kriegsgegnern USA und Iran kurz vor der Abreise des iranischen Teams die nächste Eskalationsstufe erreichte.
Der große Unterschied zu anderen Teams: Die Mannschaft des Iran darf sich ausschließlich an Spieltagen in den USA aufhalten. Die Folge: Spieler und Betreuerstab erwarten enorme Reisestrapazen.
Iran darf bei der Fußball-WM nur kurz in die USA
Das Teamquartier hat der Verband bereits im Mai von Tucson im US-Bundesstaat Arizona ins mexikanische Tijuana nahe der Grenze verlegt. Die ersten beiden Vorrundenpartien am 16. Juni gegen Neuseeland (18.00 Uhr Ortszeit) und Belgien am 21. Juni (12.00 Uhr Ortszeit) steigen in Los Angeles – mit gut 200km und einer zweistündigen Busfahrt noch machbar.
Das letzte Gruppenspiel findet jedoch in Seattle um 20.00 Uhr Ortszeit gegen Ägypten statt. Die Stadt liegt über 1700 Kilometer Luftlinie vom Teamquartier entfernt – das entspricht ungefähr einem Flug über drei Stunden. Nach Abpfiff blieben der Mannschaft aber nur knapp zwei Stunden, um die USA wieder zu verlassen.
Visa-Streit erzürnt Irans Verband
Ob die USA für das Spiel in Seattle eine Ausnahme machen oder die Mannschaft des Iran womöglich nach der Partie in das nähergelegene Kanada machen muss, ist noch ungewiss.
Auch beim iranischen Fußballverband sorgt die Visa-Affäre für massive Verärgerung. Der Verband sprach von einer „politischen Einmischung in den Sport in ihrer schlimmsten Form“ und kritisierte die Entscheidungen rund um die verweigerten Visa scharf.
15 Personen der Delegation wurde die Visa-Erteilung verweigert. So vermeldete es das iranische Staatsfernsehen. Verbandspräsident Mehdi Taj soll zu jenen Personen gehören, die nicht in die USA einreisen dürfen.
Ein Vertreter der US-Regierung hatte im Zuge der Visa-Vergabe erklärt, dass man nicht zulassen werde, „dass die iranische Mannschaft dieses System missbraucht, um unter falschen Vorwänden Terroristen in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln.“ Wie iranische Medien in der Diaspora berichteten, soll Taj selbst einst Mitglied der Revolutionsgarden im Iran gewesen sein.
Seit die USA gemeinsam mit Israel Ende Februar begann, Iran zu bombardieren, schwelt die Debatte zu den Umständen der WM-Teilnahme der iranischen Nationalmannschaft. Und selbst wenn die Turnierreise des Teams nun begonnen hat – auch mit Anpfiff der ersten Partie gegen Neuseeland dürfte das Politikum noch lange nicht beendet sein.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)