Die deutsche Nationalmannschaft trifft am Samstagabend (ab 22 Uhr im LIVETICKER) bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko für das zweite Gruppenspiel auf die Elfenbeinküste.
Als die Elfenbeinküste dem DFB-Team beistand
Besondere Beziehung zur Elfenbeinküste
Zum erst zweiten Mal stehen sich die beiden Nationen gegenüber – das erste Aufeinandertreffen stand ganz im Zeichen der Trauer.
Am 18. November 2009 empfing Deutschland die Ivorer in Gelsenkirchen für ein Freundschaftsspiel. Doch es war keine gewöhnliche Partie, denn nur wenige Tage zuvor, am 10. November 2009, nahm sich der bisherige Nationaltorhüter Robert Enke im Alter von 32 Jahren das Leben. Sein Tod erschütterte nicht nur den deutschen Fußball, sondern das ganze Land tief.
Bedrückte Stimmung auf Schalke
Ursprünglich sollte die Nationalmannschaft wenige Tage nach dem tragischen Ereignis gegen Chile antreten (14. November), doch diese Partie wurde abgesagt. Stattdessen wurde das Spiel gegen die Elfenbeinküste zum ersten Auftritt der DFB-Auswahl nach dem Schock. Die Spieler selbst hatten kurz zuvor noch gemeinsam an der Trauerfeier in Hannover teilgenommen, bevor sie in Gelsenkirchen wieder auf den Platz zurückkehrten.
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Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.
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Die Atmosphäre in der Arena auf Schalke war entsprechend bedrückend. Nur gut 33.000 Zuschauer kamen ins Stadion, ungewöhnlich wenig für ein Länderspiel der deutschen Mannschaft.
Vor dem Anpfiff wurde mit einer Schweigeminute und bewegenden Bildern auf den Videowänden an Enke erinnert. Auch viele kleine Gesten machten deutlich, wie präsent der verstorbene Torhüter noch immer war: Sein Trikot mit der Nummer 1 lag auf der Ersatzbank, beide Teams trugen Trauerflor, und die Spieler der Elfenbeinküste liefen sogar mit T-Shirts auf, die Enke gewidmet waren.
Trotz der schweren Umstände wurde gespielt. Der damalige Bundestrainer Joachim Löw sprach später davon, dass es nicht leicht gewesen sei, die Fußballschuhe wieder zu schnüren. Dennoch versuchte seine Mannschaft, einen Weg zurück in den sportlichen Alltag zu finden.
DFB-Team: Heimdebüt für Manuel Neuer
Sportlich entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel. Deutschland ging früh durch einen von Lukas Podolski verwandelten Foulelfmeter in Führung. Doch die Elfenbeinküste zeigte ihre Qualität und drehte die Partie in der zweiten Halbzeit zunächst.
Für den zweiten Abschnitt wurde Manuel Neuer für Tim Wiese eingewechselt. Für den damaligen Schalker war es das erste Länderspiel für die A-Nationalmannschaft auf deutschem Boden – es verlief für ihn aber anders als erhofft.
Podolski erzielt den Ausgleich
In der 57. Minute spielte Heiko Westermann einen Rückpass auf Neuer, der den Ball wegschlagen wollte, dabei aber Emmanuel Eboué anschoss und mitansehen musste, wie der Ball zum 1:1 ins Tor rollte. In der Schlussphase brachte Seydou Doumbia die Gäste dann sogar in Führung.
Letztlich war es aber erneut Podolski, der Verantwortung übernahm. In der Nachspielzeit erzielte er mit seinem zweiten Treffer den 2:2-Endstand und bewahrte Deutschland vor einer Niederlage. Doch das Ergebnis war an diesem Abend ohnehin zweitrangig.
Spagat zwischen Trauer und Rückkehr zur Normalität
Viel wichtiger war die symbolische Bedeutung dieser Partie. Das Länderspiel gegen die Elfenbeinküste wurde zu einem Spagat zwischen Trauer und Rückkehr zur Normalität, wie es später häufig beschrieben wurde.
Die Mannschaft zeigte, dass sie trotz des schmerzlichen Verlusts zusammenstehen konnte.
Dieses 2:2 blieb als ein Moment des Innehaltens im deutschen Fußball in Erinnerung. Es war der Versuch, nach einem schweren Verlust wieder nach vorne zu schauen – ohne dabei zu vergessen.