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"Was hat die Türkei verbrochen?"

„Was hat die Türkei verbrochen?“

Die Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella verzweifelt im zweiten Gruppenspiel und muss früh die Heimreise antreten.
Das Aus der Türkei bei der Weltmeisterschaft 2026 steht schon nach zwei Gruppenspielen fest. Superstar Arda Güler entschuldigt sich im Interview.
Die Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella verzweifelt im zweiten Gruppenspiel und muss früh die Heimreise antreten.

Früher Schock, keine Chance mehr auf die K.o.-Runde: Die Türkei muss nach der nächsten Schmach ihre WM-Träume vorzeitig begraben, nach Abpfiff flossen noch auf dem Platz Tränen.

Die Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella unterlag Paraguay nach einem Blitztor von Matias Galarza (2.) trotz Überzahl in einem teils wilden „Endspiel“, in dem mehrmals die Emotionen hochkochten, mit 0:1 (0:1). Das Gruppenfinale gegen die USA, die durch die türkische Niederlage als Gruppensieger feststehen, ist damit sportlich bedeutungslos.

Früher Schock für die Türkei

„Es tut mir sehr leid. Im Namen unseres Volkes gab es große Erwartungen. Auch unsere Erwartungen waren sehr hoch. Auch im Namen unseres Verbandes tut es mir sehr leid“, erklärte Trainer Vincenzo Montella.

Der Coach weiter: „Normalerweise passiert so etwas vielleicht einmal in 50 Spielen. In zwei Spielen gab es 65 Torschüsse, von der Ballbesitzquote will ich gar nicht erst reden. Das Schicksal war nicht auf unserer Seite. Ich habe den Spielern gesagt: ‚Ihr habt alles gegeben. Man sagt ja, es gibt keinen Weg, der über das Schicksal hinausgeht…“

Tatsächlich hatte sich das türkische Team eine Vielzahl an Chancen herausgespielt: „Was hat die Türkei verbrochen?“, fragte auch Magenta-Kommentator Christian Straßburger entgeistert.

Galarza traf nach nur 64 Sekunden direkt ins türkische Herz und zerstörte die letzten Hoffnungen der so ambitionierten Mannschaft um Jungstar Arda Güler auf ein Weiterkommen.

Dabei hatte Miguel Almirón den Südamerikanern einen Bärendienst erwiesen: Der Mittelfeldspieler hielt sich nach einer hitzigen Szene den Mund zu, als er in Richtung Mert Müldür einige Worte richtete – die neue Regel griff damit in Santa Clara erstmals, Almirón sah folgerichtig die Rote Karte nach Videobeweis (45.+3).

Altintop: „Die Mannschaft kann nicht mit dem Druck umgehen“

Doch auch mit einem Mann mehr konnte die Türkei ihre Chancen nicht nutzen, im letzten Spiel gegen die USA besteht auch keine Chance mehr auf den dritten Platz in der Gruppe D. Bei den Spielern um Müldür, Kenan Yildiz und Can Uzun flossen nach Abpfiff Tränen.

„Man hat heute gesehen, dass die Mannschaft nicht mit dem Druck umgehen kann“, sagte Ex-Nationalspieler Halil Altintop bei MagentaTV.

„Es fällt mir gerade schwer, die richtigen Worte zu finden, es ist wirklich schwer!“, erklärte Mittelfeldspieler Hakan Calhanoglu: „Alle waren traurig, am Boden zerstört. Wir haben es versucht, aber es hat nicht geklappt.“

Deutlich wurde auch Arda Güler von Real Madrid: „Da gibt es wirklich nicht viel zu sagen. Wir sind sehr traurig und schämen uns. Wir entschuldigen uns bei unserem gesamten Volk!“

Der 21-Jährige gelobte gleichzeitig Besserung für die Zukunft: „Auch ich werde alles tun, um dieses Turnier in Vergessenheit geraten zu lassen. Wir spielen in sehr großen Mannschaften, so hätte es nicht sein dürfen. Es tut uns leid.“

Bereits im Vorfeld der Partie waren in der Heimat hitzige Debatten entbrannt, das frühe Aus bei der dritten WM-Teilnahme des Landes dürfte diese erneut befeuern. Paraguay, WM-Viertelfinalist 2010 und zum ersten Mal seitdem wieder bei einer Endrunde dabei, kann hingegen weiter von der K.o.-Runde träumen und verhalf zugleich der USA zum frühzeitigen Gruppensieg.

Türkei verliert die Geduld

Die Auftaktpleite der euphorisch in das Turnier gestarteten Türkei gegen Australien (0:2) hatte im Vorfeld für reichlich Unruhe gesorgt. Montella hatte die harsche öffentliche Kritik als „sehr enttäuschend“ bezeichnet und Solidarität sowie Respekt für seine Spieler gefordert.

Doch für diese setzte es auf dem Platz gleich zu Beginn den nächsten Nackenschlag: Paraguay nutzte die Unordnung nach einem Fehler im Aufbau und Galarza schlug zu. Die Türkei war um eine Antwort bemüht, doch die Südamerikaner warfen sich in jeden Zweikampf. Die Partie entwickelte sich gegen die dicht gestaffelten und tiefstehenden Reihen Paraguays zum Geduldsspiel für die Türken.

Gegen die kompakte Abwehr der „Albirroja“ fand die Türkei keine Lösungen, hinzu kam Pech: Ein Kopfball von Müldür landete am Aluminium (35.). Wenig später folgte nach einem Zweikampf eine Rudelbildung, Almirón musste kurz darauf den Platz verlassen.

Auch beim Abpfiff der ersten Hälfte kochten die Emotionen an der Seitenlinie hoch. Nach der Pause blieb das Spiel umkämpft, auch Trainer Montella sah noch Gelb (63.). Die Türkei hielt zunächst den Druck hoch. Paraguay blieb vor allem nach Umschaltmomenten gefährlich.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)