Nachdem er seinen Zweiflern und Kritikern die perfekte Antwort gegeben hatte, schritt Cristiano Ronaldo stolz über den Rasen von Houston.
Ronaldo tönt: "Ich bin zurück"
Ronaldo tönt: „Ich bin zurück“
„Ich bin zurück“, schrie der portugiesische Superstar unmittelbar nach Abpfiff zweimal in die TV-Kamera. Beim 5:0 (3:0) gegen Usbekistan hatte Ronaldo eindrucksvoll bewiesen: Er ist längst noch nicht zu alt für die ganz große Bühne.
„Ich bin unglaublich glücklich. Das Wichtigste ist natürlich, dass wir als Mannschaft gut gearbeitet haben. Wir haben viel an uns gearbeitet und uns stark verbessert“, sagte Ronaldo: „Es ist schön, wenn man einen Rekord einfährt, aber das Ziel ist etwas ganz anderes, ich will der Mannschaft helfen.“
Ronaldo mit WM-Rekord
Nach dem enttäuschenden Auftakt gegen die Demokratische Republik Kongo (1:1) überzeugten Ronaldos Portugiesen gegen allerdings arg limitierte Usbeken. Die K.o.-Runde hat der Mitfavorit nun bereits so gut wie sicher.
Ronaldo avancierte mit seinem Führungstreffer zum ersten Spieler der Geschichte, der bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften getroffen hat. Mit seinen Turniertoren neun und zehn zog er zudem an Portugals Ikone Eusebio vorbei.
Ein direkter Freistoß von Nuno Mendes (17.), ein Eigentor von Abduwachid Nematow (60.) sowie Rafael Leao (87.) besorgten die weiteren Treffer für die Portugiesen, die im abschließenden Vorrundenspiel gegen Kolumbien nun um den Gruppensieg spielen. WM-Neuling Usbekistan steht nach zwei Niederlagen vor dem Aus.
Nach dem Fehlstart war vor allem Ronaldo ins Zentrum der Kritik geraten. Doch den 41-Jährigen ließ das kalt. Zunächst verpasste er den Ball nach einer Flanke von Mendes um Zentimeter (4.), nur zwei Minuten später stimmte das Timing.
Alle rechnen mit Ronaldo
Der erlösende Torjubel mit dem gesamten Team kam einem Urknall gleich, zuletzt hatte Ronaldo beim Eröffnungsspiel in Katar 2022 einen Turniertreffer bei einer WM und EM feiern können.
Und sein Team blieb gegen die harmlosen Usbeken von Trainer Fabio Cannavaro, die den Auftakt gegen Kolumbien 1:3 verloren hatten, dran. Beim Freistoß aus 18 Metern rechneten alle mit Ronaldo als Schützen – auch Torhüter Abduwachid Nematow, der überraschend in die Startelf rotiert war und beim halbhohen Abschluss von PSG-Verteidiger Mendes in die Torwartecke unglücklich aussah.
Völlig aus dem Nichts bejubelte der Underdog auf einmal den Anschluss. Vor dem traumhaften Winkeltreffer von Asischon Ganijew gab es jedoch ein Foulspiel, Schiedsrichter Jayed Jalal nahm das Tor nach Ansicht der Bilder zurück (29.).
Ronaldo verwandelt trocken
Auf der anderen Seite verwandelte Ronaldo nach tollem Zuspiel von Bruno Fernandes trocken ins lange Eck und stieg damit zum ältesten WM-Doppelpacker der Geschichte auf.
Und der Selecao-Kapitän hatte weitere Gelegenheiten: Kurz vor der Pause kratzte Abdukodir Chusanow einen Chip Ronaldos von der Linie (45.+5), nach einem feinen Freistoßtrick mit Mendes rettete Keeper Nematow in letzter Not (59.), die anschließende scharfe Ecke von Fernandes jedoch legten sich die beiden Usbeken im Zusammenspiel ins eigene Tor.
Immer wieder halten in der Schlussphase „Cristiano Ronaldo“-Sprechchöre durch das mit 68.777 Zuschauern ausverkaufte Houston Stadium.