Torhüter Eloy Room sank erleichtert zu Boden, an der Seitenlinie hatte Trainer Dick Advocaat beim Schlusspfiff feuchte Augen: Debütant Curacao hat sich mit viel Herz und einer leidenschaftlichen Abwehrleistung den ersten Punkt seiner WM-Geschichte erkämpft – und der DFB-Elf den vorzeitigen Gruppensieg beschert.
WM 2026: Debütant schreibt sensationell Geschichte
WM-Debütant schreibt Geschichte
Die Mannschaft aus dem Karibikstaat kam in Kansas City zu einem nicht unverdienten 0:0 gegen den nächsten deutschen Gegner Ecuador (Donnerstag, 22.00 Uhr MESZ im LIVETICKER).
WM 2026: Curacao-Keeper Room lässt Ecuador verzweifeln
Knapp eine Woche nach der Pleite gegen Deutschland (1:7) fügte Curacao auch dank seines herausragenden Torhüters Room seinem Fußball-Märchen eine Erfolgsgeschichte hinzu.
Der 37 Jahre alte Keeper stellte mit seinen 15 Paraden sogar einen WM-Rekord auf: Seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1966 hat kein Keeper während der regulären Spielzeit mehr Schüsse pariert.
„Es klingt wirklich schön, wenn man das alles so zusammenzählt, aber während des Spiels habe ich darüber überhaupt nicht nachgedacht“, sagte Room: „Aber natürlich wusste ich, dass es ein intensives Spiel war, mit vielen Paraden.“
Er habe das aber „nicht allein“ geschafft, betonte der 72-malige Nationalspieler: „Ich habe das gemeinsam mit der Mannschaft gemacht – mit meinen Verteidigern, den Mittelfeldspielern und den Stürmern. Wir haben das als Team geschafft.“
Für ihn sei es „etwas ganz Besonderes, aber gleichzeitig ist es auch einfach mein Beruf. Deshalb habe ich versucht, der Mannschaft zu helfen“, so Room. Das habe diesmal „perfekt funktioniert“.
„Es gibt Dinge, die man nicht erklären kann“
Curacao kann bei seiner historischen ersten WM im Spiel gegen die Elfenbeinküste sogar noch auf den zweiten Platz springen. Ecuador hatte in der WM-Qualifikation vor allem defensiv überzeugt, im zweiten WM-Spiel tat sich das Team von Nationaltrainer Sebastián Beccacece offensiv aber erneut schwer.
„Natürlich sorgt es für Frust, dass wir kein Tor erzielt haben“, sagte Ecuadors Coach Beccacece: „Im Fußball gibt es Dinge, die man nicht erklären kann.“
Ecuador begann stürmisch und kam dem ersten Turniertor sofort nah. Kapitän Enner Valencia lief nach einem starken Zuspiel aus der eigenen Hälfte allein auf Room zu, scheiterte aber am starken Reflex des routinierten Schlussmanns.
Curacao setzt selbst Nadelstiche
Der Außenseiter versteckte sich seinerseits nicht, stieß in der munteren Anfangsphase immer wieder mit Tempo ins letzte Drittel, agierte im Abschluss aber zu ungenau.
Die offensive Ausrichtung Curacaos bot „La Tri“ Räume, zudem zwangen die Südamerikaner den Gegner mit frühem Pressing zu Fehlern – und kamen so zu Chancen. Pedro Vite (14.) scheiterte aus spitzem Winkel, Valencia zielte nach einer Hereingabe des Ex-Leverkuseners Piero Hincapié (20.) zu zentral.
Auch der wuchtige Abschluss von Gonzalo Plata (28.) war für Room kein Problem. Curacao zog sich vor der Halbzeit mit zwei dichten Defensivreihen etwas zurück. Ecuador fehlten die Ideen. Der Schuss des gebürtigen Hamburgers John Yeboah (42.) war zu unplatziert.
Curacao verpasst noch größere Sensation
Auch nach dem Seitenwechsel machte Ecuador aus der größeren individuellen Klasse zu wenig. Spielerisch fand der Favorit selten ein Durchkommen, häufige Distanzschüsse waren Ausdruck zunehmender Ratlosigkeit. Gefahr entstand nach Standards, Plata (59.) scheiterte per Kopf am starken Room.
Curacao setzte auf Konter und näherte sich einer Sensation, bei einer Dreifachchance (60.) kam Ecuadors Torhüter Hernán Galíndez in höchste Bedrängnis. Die größeren Chancen hatte in der Summe dennoch Ecuador.
Curacao-Schlussmann Room wuchs dabei über sich hinaus, auch in der Schlussphase parierte er ein ums andere Mal. Ecuadors Angelo Preciado traf dazu die Latte (90.).
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)