Es war ein Tag, der in Fußball-Deutschland Beklemmung hinterließ – speziell bei der älteren Generation.
Der Tag, an dem Fußball-Deutschland zwei Weltmeister betrauerte
Ein beklemmender Fußball-Tag
Am 16. Juni 2013 – heute vor 13 Jahren – wurde das Land innerhalb weniger Stunden vom Tod zweier Weltmeister erschüttert: Am Mittag wurde das Ableben von Heinz Flohe am Tag zuvor bekannt. Rund drei Stunden später folgte die nächste traurige Nachricht: Auch Ottmar Walter war nach langer Krankheit verstorben.
Ottmar Walter starb kurz nach Heinz Flohe
Walter, Bruder des Ehrenspielführers Fritz Walter und ebenfalls einer der Helden des Wunders von Bern 1954, starb nach langer Krankheit im Alter von 89 Jahren – fast auf den Tag genau elf Jahre nach dem Tod seines noch berühmteren Bruders am 17. Juni 2002.
Ottmar Walter gehörte mit 336 Toren in 321 Pflichtspielen für den 1. FC Kaiserslautern zu den erfolgreichsten deutschen Torjägern aller Zeiten. Er war über viele Jahre eine der prägenden Spielerpersönlichkeiten in seiner Geburtsstadt, mit der er 1951 und 1953 deutscher Meister geworden war, und in der deutschen Nationalmannschaft. Für die DFB-Auswahl bestritt er zwischen 1950 und 1956 21 Länderspiele (10 Tore).
An der Seite seines Bruders Fritz gehörte er der legendären Mannschaft an, die 1954 in Bern im Endspiel 3:2 gegen Ungarn gewann. Zum ersten deutschen WM-Triumph trug Ottmar Walter in fünf Spielen vier Tore bei. Er war der drittletzte noch lebende Bern-Held, zusammen mit den 2017 bzw. 2021 verstorbenen Hans Schäfer und Horst Eckel.
Eine Ikone des FCK
Große Betroffenheit herrschte beim 1. FC Kaiserslautern, dem Ottmar Walter bis auf die kriegsbedingten Standortwechsel zum Cuxhavener SV und Holstein Kiel stets die Treue gehalten hat. „Für uns ist das ein sehr trauriger Tag. Ottmar Walter gehörte zu einer Generation, die für eine Art von Werten stand, die heute noch wertvoller als früher sind“, sagte der damalige FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz.
Ähnlich äußerte sich der seinerzeit amtierende DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Ottmar Walter wird uns allen nicht nur als herausragender Sportler in Erinnerung bleiben, sondern auch als wunderbarer Mensch, der sein Leben lang für Bodenständigkeit und Bescheidenheit stand.“
Anlässlich seines 80. Geburtstags war das Eingangstor zur Nordtribüne im Fritz-Walter-Stadion, das nach seinem Bruder Fritz Walter, der am 17. Juni 2002 verstorben war, benannt ist, in Ottmar-Walter-Tor umbenannt. Zudem erhielt Ottmar Walter anlässlich dieses runden Geburtstages das Große Bundesverdienstkreuz.
Rund zwei Monate nach seinem Tod wurde Ottmar Walter in seiner Heimat Kaiserslautern nochmal gebührend gewürdigt: Beim deutschen Länderspiel gegen Paraguay gab es eine Schweigeminute für ihn – wie auch für Flohe und die einen Monat später verstorbene Torhüter-Legende Bert Trautmann.
—
Mit Sport-Informations-Dienst (SID)