Die deutsche Nationalmannschaft hat das letzte Gruppenspiel der WM verloren. Bei der verdienten 1:2-Niederlage gegen Ecuador sah die deutsche Mannschaft über das gesamte Spiel nicht gut aus.
DFB-Team: Pavlovic sorgt für Kopfschütteln - Neuer zu zaghaft
Einzelkritik: Schwacher Pavlovic
Leroy Sané brachte die DFB-Elf nach einem umstrittenen Treffer zwar früh in Führung. Danach verlor die Elf von Julian Nagelsmann allerdings zunehmend den Faden und zeigte sich gegen leidenschaftliche Ecuadorianer phasenweise überfordert.
Manuel Neuer wirkte in einigen Situationen unsicher. Und Aleksandar Pavlovic sorgte für Kopfschütteln.
Die SPORT1-Noten zum dritten Spiel der deutschen Nationalmannschaft.
MANUEL NEUER
Wirkte beim ersten Gegentreffer erstaunlich zaghaft und reagierte spät. Solche Bälle hat die lebende Keeper-Legende durchaus schon gehalten. Erst in der 62. Minute musste er sich mit einer Faustabwehr wieder zum Dienst melden. Gute zehn Minuten später hätte er sich fast ein Slapstick-Tor eingefangen, weil die Abstimmung mit Tah nicht stimmte. Auch beim zweiten Gegentor nicht schuldlos. SPORT1-Note: 5
DAVID RAUM
Kehrte aufgrund der Verletzung von Nathaniel Brown auf seine Stammposition der vergangenen zwei Jahre zurück. Im ersten Abschnitt stimmte die Abstimmung mit Rüdiger überhaupt nicht, sodass es durch Fehler der beiden immer wieder heikel wurde. Das verbesserte sich aber irgendwann. Große Impulse nach vorne konnte er aber nicht setzen. Obendrein verlor das wichtige Kopfball-Duell, das zum zweiten Gegentor führte. SPORT1-Note: 4
JONATHAN TAH
Durfte trotz des Fehlens von Nico Schlotterbeck weiterhin rechter Innenverteidiger bleiben und musste nicht nach links wechseln. Kam im ersten Durchgang ebenfalls ins Schwimmen, gehörte dennoch zu Deutschlands Besten. Auch er fiel später durch schlampige Pässe auf, ließ aber immerhin Enner Valencia an sich zerschellen und schickte den Ecuadorianer auf dessen Ersatzbank – sehenswert! Anschließend aber wieder erstaunlich konfus unterwegs und beim zweiten Gegentor schläfrig. SPORT1-Note: 4
ANTONIO RÜDIGER
Ersetzte den schwerverletzten Nico Schlotterbeck positionsgetreu und gab den linken Innenverteidiger. Kam in Ecuadors starker Phase ähnlich ins Schwitzen wie alle anderen und setzte einen einfachen Pass ins Seitenaus (20. Minute). Immerhin kam er im Laufe der Zeit besser in die Partie und vermied weitere grobe Fehler. SPORT1-Note: 3
JOSHUA KIMMICH
Bekam immer wieder Probleme, weil seine Pässe nicht genau genug ausfielen. Umgekehrt musste er sich ebenfalls mit seltsamen Abspielen der Kollegen herumärgern. In seiner Rolle als Kapitän hätte es ihm besser gelingen müssen, seine Kollegen anzuleiten und die Dinge zu ordnen. Ein insgesamt durchwachsener Auftritt, der nach 60 Minuten beendet war. SPORT1-Note: 4
ALEKSANDAR PAVLOVIC
Sorgte mit seinem sehr, sehr, sehr hohen Bein kurz vor dem ersten deutschen Treffer für riesige Diskussionen – was ihm egal sein kann. Vor dem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 schaffte er es dagegen nicht rechtzeitig in den Zweikampf. Fand grundsätzlich einfach nicht in die Partie und sorgte mit seinen Fehlpässen für Kopfschütteln. Die Auswechslung in der Pause war folgerichtig und gerechtfertigt. SPORT1-Note: 5,5
FELIX NMECHA
War der Ausgangspunkt für das erste Gegentor und fiel auch in der Folge immer wieder durch Patzer auf. Allerdings: Er war einer der wenigen, die sich tapfer gegen die gegnerische Physis wehrten. Auf hohem Niveau war das bislang sein schwächstes Spiel bei diesem Turnier. Wurde in der 64. Minute ausgewechselt. SPORT1-Note: 3
FLORIAN WIRTZ
Bekam in der ersten Halbzeit einfach keinen Zugriff auf die Partie und fiel durch einige Fehlpässe auf. In der Offensive war er einfach zu ideenlos. Als er kurz vor dem Pausenpfiff in aussichtsreicher Position im Strafraum den Ball bekam, wartete er zu lange und vertändelte – eine Szene mit Symbolcharakter. In der 73. Minute wurde er ausgetauscht. SPORT1-Note: 4
JAMAL MUSIALA
Tat sich im ersten Abschnitt unglaublich schwer damit, wie robust die Ecuadorianer in die Zweikämpfe gingen. Den ersten wirklich anständig herausgespielten Angriff der DFB-Elf durfte der 23-Jährige abschließen (35. Minute). Nach der Pause startete er gut, doch seine Versuche verpufften meistens. Erstaunlich: Der Mann, der eine Pause akzeptiert hätte, musste durchspielen. SPORT1-Note: 4
LEROY SANE
Bekam vom Bundestrainer eine dritte Startelfchance und nutzte sie diesmal, indem er bereits in der 2. Minute traf – ein sehenswerter Abschluss mit viel Übersicht. Präsentierte sich in der ersten Halbzeit wieder als guter Arbeiter und auch als Retter in höchster Not (24. Minute). Gehörte die ganze Partie über zu den besseren Spielern im DFB-Team. Kritikwürdig war eigentlich nur sein schwacher Abschluss in der 76. Minute. SPORT1-Note: 2,5
KAI HAVERTZ
Musste sich seine erste gute Gelegenheit selbst einleiten. Sein Kopfball nach einer Flanke von David Raum wurde aber pariert (25. Minute). Holte kurz nach Wiederanpfiff einen Elfmeter heraus, der aber zurückgenommen wurde (Sané hatte gefoult). Nach einem Torschuss und 24 Ballkontakten war auch sein Arbeitstag nach einer Stunde beendet. SPORT1-Note: 3,5
ANGELO STILLER
Kam in der Halbzeitpause für Pavlovic in die Partie. Viel unterwegs und deutlich passsicherer als sein Vorgänger. Die ganz großen Momente konnte der Stuttgarter nicht bieten, aber zumindest wurde es mit ihm weniger hektisch. Kurz vor dem zweiten Gegentor konnte er sich einmal defensiv auszeichnen. SPORT1-Note: 3
DENIZ UNDAV
Kam nach einer Stunde für Havertz aufs Feld – natürlich war er zuvor wieder von den deutschen Fans mit Sprechchören gefordert worden. Tauchte direkt zuverlässig im gegnerischen Strafraum auf, erreichte aber die Kugel nicht. Knappe 15 Minuten vor Schluss setzte er Sané in Szene, der die riesige Chance aber vergab. Ein magischer Moment blieb an diesem Nachmittag in East Rutherford aus. SPORT1-Note: 3
MALICK THIAW
Wurde in der 60. Minute für Kimmich eingewechselt und übernahm die rechte Außenverteidigerposition. Machte dort immerhin keine großen Fehler, konnte aber auch nicht überzeugen. Hätte vielleicht etwas mehr Führung durch die erfahrenen Spieler gebraucht. SPORT1-Note: 3
MAXIMILIAN BEIER
Durfte ab Minute 64 für Nmecha ran und zeigte, dass er große Lust auf Fußball hat. Präsentierte sich als Aktivposten, konnte aber den grundsätzlich schwachen Eindruck, den das Team machte, nicht entscheidend verändern. SPORT1-Note: 3
PASCAL GROß
Ab der 73. Minute für Wirtz in der Partie. SPORT1-Note: keine Bewertung