WM 2026>

Dieses Szenario wollte Nagelsmann unbedingt vermeiden

Dieses Szenario war seine größte Sorge

Die Verletzung von Nico Schlotterbeck zwingt Julian Nagelsmann zum kreativen Umdenken. Die Dynamik des deutschen Spiels dürfte sich grundlegend ändern. Der Ausfall des Dortmunders ist für den Bundestrainer das Worst-Case-Szenario.
Nach dem bitteren Ausfall von Innenverteidiger Nico Schlotterbeck erklärt Teamchef Völler, wie das DFB-Team nun umplant.
Die Verletzung von Nico Schlotterbeck zwingt Julian Nagelsmann zum kreativen Umdenken. Die Dynamik des deutschen Spiels dürfte sich grundlegend ändern. Der Ausfall des Dortmunders ist für den Bundestrainer das Worst-Case-Szenario.

Genau dieses Szenario wollte Nagelsmann unbedingt verhindern: Durch die Verletzung von Nico Schlotterbeck muss der Bundestrainer nun kreativ werden.

Bereits vor über drei Monaten machte der 38-Jährige deutlich, dass dieser Verlust der denkbar ungünstigste Fall wäre.

Auf die Torwartposition angesprochen, erklärte Nagelsmann bereits Anfang März im Interview mit dem kicker: „Da gibt es ein paar andere Stellen, wo ich mehr Bauchschmerzen habe.“

Rüdiger und Anton keine Ideallösungen

Der Bundestrainer präzisierte: „Es gibt ein paar Positionen, die doppelt nicht ideal besetzt sind, bei denen wir ehrlich gesagt ein bisschen kreativ werden müssen. Auch in der Innenverteidigung gibt es ein Thema mit Nico Schlotterbeck, der aktuell unser einziger Linksfuß ist, und wir schon Riesenprobleme in der Spieleröffnung hatten, wenn er nicht gespielt hat.“

Nun ist der ungünstigste Fall eingetreten. Für Schlotterbeck ist die WM wegen eines Innenbandrisses gelaufen. „Schlotti wird uns auf dem Platz als herausragender Verteidiger sehr fehlen – vor allem auch wegen seines exzellenten Spielaufbaus“, erklärte Nagelsmann nach Bekanntgabe der Diagnose.

Antonio Rüdiger gilt als erster Stellvertreter, auch Waldemar Anton steht bereit. Doch eine Ideallösung stellen beide nicht dar – aus nachvollziehbaren Gründen.

Deshalb war Schlotterbeck so wichtig

Für das Aufbauspiel der DFB-Elf hat Schlotterbeck enorme Bedeutung. Mit seinem starken linken Fuß ist er auf der linken Innenverteidigerposition perfekt aufgestellt. Der 26-Jährige konnte mit seinen mutigen Vertikalpässen schnell Linien des Gegners überspielen.

Vor allem seine Diagonalpässe, die weder Jonathan Tah noch Rüdiger in dieser Häufigkeit und Qualität spielen, verändern die Statik des deutschen Spiels – und die des Gegners – spürbar.

Bislang mussten sich Deutschlands Gegner stets auf dieses Szenario einstellen, konnten nicht so kompakt verteidigen und mussten die Flügel stärker absichern. Davon profitierten auch die zentralen Kreativspieler um Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz, die dadurch mehr Räume erhielten.

Da diese Bälle künftig wohl seltener kommen werden, könnte es den Gegnern leichter fallen, die Mitte zu schließen und Deutschland bereits im Aufbau vom eigenen Tor wegzuverteidigen.

Weltmeister Chris Kramer schilderte, dass der (rechtsfüßige) Innenverteidiger im linken Defensiv-Zentrum nun einen Kontakt mehr brauche – auch zum Leidwesen des Spieltempos.

Nagelsmann muss kreativ werden

Genau diese Qualität wird der DFB-Elf bei dieser WM nun fehlen. Schlotterbecks Profil gehört europaweit zu den seltenen – und macht seinen Ausfall schwer zu kompensieren.

Nagelsmann hatte dieses Worst-Case-Szenario bereits im Blick: „Trotzdem müssen wir uns darauf vorbereiten, was passiert, wenn er mal nicht spielen kann“, sagte er dem kicker. Nun ist genau dieser Fall eingetreten.

Bereits am Donnerstag gegen Ecuador (LIVETICKER) muss Nagelsmann zeigen, wie belastbar seine Vorbereitung auf dieses Szenario tatsächlich ist.


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