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"Ein echtes Meisterwerk" - Bundesliga-Profi brilliert für die USA

„Ein Highlight der WM“

Gladbach-Profi Giovanni Reyna brilliert bei der WM für die USA. Nach schwierigen Zeiten ein magischer Moment.
Tobias Schweinsteiger verrät, dass Bayern Giovanni Reyna bereits als Jugendspieler verpflichten wollte.
Gladbach-Profi Giovanni Reyna brilliert bei der WM für die USA. Nach schwierigen Zeiten ein magischer Moment.

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat erst am Donnerstagabend begonnen, doch die spanische As gerät schon jetzt ins Schwärmen – und das hat einen besonderen Grund.

„Das ist eines der Highlights der Weltmeisterschaft. Was Reyna (Giovanni Reyna; Anm. d. Red.) da gezeigt hat, ist ein echtes Meisterwerk“, schrieb die Zeitung über den Treffer des US-amerikanischen Mittelfeldspielers beim Auftaktsieg des Gastgebers gegen Paraguay (4:1).

Und weiter: „Er kam in der 82. Minute ins Spiel und wurde den hohen Erwartungen gerecht, die an ihn gestellt wurden – mit einem grandiosen Tor besiegelte er den Kantersieg des Gastgebers.“

Reyna beeindruckt mit Traumtor

In der Schlussphase der Partie – das US-Team führte zu diesem Zeitpunkt mit 3:1 – hatte Trainer Mauricio Pochettino den Leverkusener Profi Malik Tillman vom Feld genommen. In einer Phase, in der die Gastgeber ein wenig an Dominanz verloren, das Team aus Paraguay derweil an Stärke gewann, schickte er stattdessen Reyna auf den Rasen in Los Angeles.

Und der lieferte. In der achten Minute der Nachspielzeit tauschten die US-Boys vor dem Strafraum ganze 26 Pässe aus, ehe der Ball bei dem Profi von Borussia Mönchengladbach landete.

Mit ein großen Portion Gefühl beförderte der 23-Jährige den Ball schließlich per Außenrist von der Strafraumkante in die linke Ecke. Das Tor zum 4:1 – und der überaus sehenswerte Schlusspunkt einer ereignisreichen Partie.

Nicht in der Gladbacher Startelf

Beim US-Sender ESPN wurde das Traumtor zum „Magischen WM-Moment des Tages“ gewählt – verbunden mit einer Lobeshymne auf einen Spieler, bei dem vor wenigen Monaten kaum jemand geglaubt hatte, dass er noch auf den WM-Zug aufspringen würde.

Im vergangenen Sommer hatte sich Reyna nach sechs Jahren in Dortmund Bundesliga-Konkurrent Borussia Mönchengladbach angeschlossen. Seit dem 19. Dezember gehörte er dort aber nicht mehr zur Startelf.

Zwar sammelte Reyna bei den Fohlen deutlich mehr Einsatzzeiten als in Dortmund, seine unbestreitbaren Qualitäten konnte er aber nur phasenweise zeigen. Dennoch schenkte ihm US-Trainer Pochettino das Vertrauen.

Bärenstarker Karrierestart beim BVB

Und Reyna zahlte zurück, obwohl seine Geschichte eigentlich eine andere zu sein schien. „Seine Geschichte ist eine von denen, wie sie der Fußball seit jeher kennt“, urteilte ESPN. „Ein hochtalentierter Youngster, der als Teenager hell erstrahlt und dann nach und nach aus dem Rampenlicht verschwindet.“

2019 kam Reyna als 16-Jähriger aus der Akademie von New York City zu Borussia Dortmund und galt als eines der größten US-Talente der Historie.

„Ich habe ihn in der U14-Nationalmannschaft der US-Boys mal für Bayern beobachtet. Die dringende Empfehlung war es, ihn zu holen“, verriet der ehemalige Bayern-Nachwuchstrainer Tobias Schweisteiger nun in diesem Zusammenhang bei Magenta.

Reyna für Haaland ein „American Dream“

Statt Bayern schloss sich der Mittelfeldspieler den Schwarz-Gelben an. Seine Laufbahn verlief dennoch nicht so, wie viele Experten es erwartet hatten.

Nach seinem BVB-Wechsel ging es zunächst steil bergauf. Über die Nachwuchsmannschaften schaffte er schnell den Sprung zu den Profis. Reyna wurde unter anderem jüngster US-amerikanischer Spieler in der Champions League und gab als 17-Jähriger – zwei Tage vor seinem 18. Geburtstag – sein Debüt für die Nationalmannschaft.

Reyna stand auf der Shortlist für den Golden Boy, sein damaliger BVB-Teamkollege Erling Haaland bezeichnete ihn sogar als „American Dream“.

Verletzungen und der Abgang vom BVB

Der große Durchbruch blieb aber dennoch aus. Verletzungen, speziell muskulärer Art, und die Corona-Pandemie bremsten seine Entwicklung. Familie und Freunde konnte er nicht sehen, der Fokus auf den Fußball wurde geringer.

Auch eine Leihe zu Nottingham Forest verlief erfolglos (Januar bis Juni 2024), nach 147 Pflichtspielen für den BVB folgte im Sommer 2025 schließlich der Abschied Richtung Gladbach.

„Gladbach kann sich freuen, weiß aber auch, dass sie ihn nur gekriegt haben, weil er enorme Verletzungsprobleme hat“, sagte Schweinsteiger. Diese hätten ihn „ein bisschen eingeschränkt, um noch eine größere Karriere zu haben“.

Pochettino gibt Reyna eine Chance

Auch in der Nationalmannschaft lief es in den vergangenen Jahren nicht. Bei der WM 2022 sollte sein weltweiter Durchbruch gelingen, am Ende kam es zu einem Streit mit dem damaligen US-Trainer Gregg Berhalter, in den auch seine Eltern verwickelt wurden.

Doch Reyna bekam von Pochettino wieder eine Chance, mit 23 Jahren muss das Schicksal eines Spielers schließlich noch lange nicht besiegelt sein.

Und das einstige Wunderkind zahlte mit seinem ansehnlichen Jokertor das Vertrauen auf spektakuläre Weise zurück.

Der „American Dream“ ist zurück – und hatte sogar eine frohe Botschaft im Gepäck. Nach seinem Tor jubelte er mit Ball unter dem Trikot und verkündete die Schwangerschaft von Ehefrau Chloe.