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WM 2026: Dieser Schiri-Auftritt ging durch Mark und Bein!

Dieser Schiedsrichter ist „El Jefe“

Iván Barton leitet ein äußerst hitzges WM-Spiel zwischen der Türkei und Paraguay - der Schiedsrichter fällt dabei nicht nur mit einem historischen Platzverweis auf. Erste Vergleiche mit einer Legende werden laut.
Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich äußert sich zur Leistung von Ivan Barton beim Spiel Türkei gegen Paraguay. Das unkonventionelle Verhalten macht den langjährigen Bundesliga-Referee baff.
Iván Barton leitet ein äußerst hitzges WM-Spiel zwischen der Türkei und Paraguay - der Schiedsrichter fällt dabei nicht nur mit einem historischen Platzverweis auf. Erste Vergleiche mit einer Legende werden laut.

Man kann zu Iván Arcides Barton Cisneros durchaus verschiedene Meinungen haben. Aber ein Punkt ist unstrittig: Der Mann ist auf dem Platz der Chef. Und klar ist auch: Unsportlichkeiten, Regelverstöße oder auch nur Zeitspiel toleriert der Schiedsrichter aus El Salvador nicht.

Bei seinem ersten Auftritt bei der WM 2026 leitete Barton das ebenso dramatische wie hitzige Spiel der Türkei gegen Paraguay (0:1), das zum Aus der Türkei führte – und lieferte mit der Roten Karte gegen Miguel Almirón gleich einen historischen Platzverweis.

Als erster Schiedsrichter überhaupt hielt Barton einem Spieler die Rote Karte unter die Nase, weil dieser zuvor nach einer Rudelbildung mit der vor den Mund gehaltenen Hand auf einen Gegenspieler eingeredet hatte. Der 35-Jährige setzte damit eine neue Vorgabe um, die inoffiziell als „Vinícius-Regel“ bekannt wurde. Hintergrund: Vinícius war in der abgelaufenen Saison in Spanien mit vor den Mund gehaltener Hand von seinem Gegenspieler rassistisch beleidigt worden.

WM-Schiedsrichter fegt alle Zweifel hinweg

Beachtlich war aber nicht nur, dass der Schiri nach VAR-Überprüfung zu Rot griff. Sondern auch wie. Mit einer Lautstärke und Überzeugung, die jegliche Zweifel dahinfegte, brüllte er geradezu in sein Mikrofon. „Nummer zehn, Paraguay! Mund zugehalten! Entscheidung ist Rote Karte!“, schallte es über die Stadionlautsprecher.

Almirón dachte gar nicht erst daran, zu protestieren. Er blickte dem schnell wieder davon stampfenden Referee nur mit einem ungläubigen Lächeln hinterher.

Absolute Überzeugung demonstrierte Barton – der in den Sozialen Medien vereinzelt gar mit der Schiri-Legende Pierluigi Collina verglichen wurde – auch in der Schlussphase der Partie wieder, als er Paraguays Torhüter in einer weiteren viel beachteten Szene eine medizinische Behandlung verweigerte.

Orlando Gill hatte sich wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit in seinem Strafraum hingesetzt und hektisch mit der Hand gewedelt. Barton wedelte nicht minder energisch zurück und gebot dem Schlussmann, wieder aufzustehen.

Türkei-Aus: Schiedsrichter zwischen Verwunderung und Kritik

„Ist das unglaublich. Er macht Dinge, die habe ich noch nie gesehen“, sagte Magenta-Kommentator Christian Straßburger: „Der Torwart liegt und fordert medizinische Hilfe, der Schiedsrichter sagt: Steh auf! Und er steht auf.“

Straßburgers Fazit zum Referee: „Der Mann aus El Salvador. Er ist El Jefe.“

Kritische Töne gab es derweil vom Ex-Schiedsrichter Patrick Ittrich, der aktuell als Experte für MagentaTV arbeitet: „Das war ja ein sehr aufgeheiztes Spiel. Und der Schiedsrichter hat eine gewisse Grundemotionalität mitgebracht, will ich mal sagen. Der war schon stramm dabei.“

Als Schiedsrichter könne man ein Spiel mit der eigenen Gefühlswelt durchaus noch emotionaler machen: „Das habe ich in Teilen gesehen. Es gab aber auch andere Szenen, in denen er es gut gemacht hat.“

Güler? Nicht gerade für Fairplay bekannt

Zum historischen Rot hatte Ittrich ebenfalls eine klare Meinung, die Regel sei schließlich eindeutig: „Dann muss man halt den Spieler fragen, was in ihm vorgeht.“

Vorwürfe richtete Ittrich derweil auch an die türkischen Spieler. So habe Mert Müldür, mit dem Almirón aneinandergeraten war, die Situation zu seinen Gunsten kippen lassen: „Der hat das genutzt, der wusste genau, was Phase ist.“

Auch der Türke Arda Güler, der eine Überprüfung durch den VAR gefordert hatte, sei „nicht dafür bekannt, dass er den Fairplay-Schuh auspackt.“

Und so sah sich Barton mit einem wilden Spiel konfrontiert: „Da wird alles genutzt, um zu schauspielern, um aggressiv zu sein, um den Schiedsrichter zu bedrängen.“ Tatsächlich wurde auf den südamerikanische Schiri immer wieder aus nächster Nähe eingeredet. Er wurde sogar von einem Spieler an der Schulter gepackt.

In diesem Fall haben sich die WM-Stars aber den Falschen ausgesucht. Denn Iván Arcides Barton Cisneros blieb unbeirrt – und der Chef auf dem Platz.