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Es geht um Leroy Sané: Das macht Nagelsmann wie Kompany

Das sollte Nagelsmann überdenken

Nach dem Kantersieg über Curacao steht lediglich ein Spieler in der Kritik: Leroy Sané. Der 30-Jährige ackerte, blieb aber ohne den ganz großen Einfluss.
SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger erklärt, warum Lennart Karl selbst ohne seine Verletzung wohl nicht für die Startelf gegen Curacao infrage gekommen wäre.
Nach dem Kantersieg über Curacao steht lediglich ein Spieler in der Kritik: Leroy Sané. Der 30-Jährige ackerte, blieb aber ohne den ganz großen Einfluss.

Julian Nagelsmann sorgte mit seinem Lob für keine überraschten Gesichter. Als er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Curacao nach Leroy Sané gefragt wurde, kam der Bundestrainer mal wieder ins Schwärmen – obwohl der 30-Jährige eine glücklose Vorstellung geboten hatte.

„Bei Leroy ist erstmal die Bewertungsgrundlage, wie viel er investiert im Spiel. Er hat sehr viel investiert, er war fleißig in allen Umschaltsituationen. Er war viel dabei, offensiv wie defensiv“, erklärte Nagelsmann, gab aber zu, die genauen statistischen Werte noch nicht zu kennen. Es sind bemerkenswerte Worte, schließlich sollte Fleiß die Grundvoraussetzung für einen Nationalspieler sein. In den Augen des Bundestrainers reicht es für Sané schon aus, einfach viel zu laufen.

Sané braucht das volle Vertrauen für Top-Leistungen

„Er hat versucht, getan und gemacht. Er hat wirklich ein Fleißbildchen verdient. Das allein kann aber nicht die Maßgabe sein“, sagt SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger in der aktuellen Folge des Podcasts „Die WM-Kabine“. Er würde sich wünschen, dass Nagelsmann seinen Schützling mehr fordere und nicht immer ausschließlich das Positive suche. „Der Bundestrainer ist ein loyaler Mensch, das kann man ihm nicht verdenken“, so Kumberger. Lange durchhalten könne Nagelsmann das aber nicht.

Dass der Coach so bedingungslos zu Sané steht, mag an der Mentalität des Offensivspielers liegen. Er braucht erwiesenermaßen das volle Vertrauen, um Top-Leistungen zu bringen. Nagelsmann geht dabei fast wie Bayern-Trainer Vincent Kompany vor. Der Belgier unterließ es die gesamte vergangene Saison über, seine Spieler zu kritisieren – selbst wenn es angebracht gewesen wäre. Das Team dankte es ihm mit Leistung. Denkt auch der Bundestrainer im Fall Sané in diese Richtung?

Deswegen ist ein Sané-Wechsel unwahrscheinlich

„Du musst das Leistungsprinzip anwenden. Wenn Deniz Undav wiederum in einer solchen Form ist, dann sollte man das nutzen und vielleicht sogar die Formation ändern“, sagt SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer. Einig sind sich die beiden Insider aber, dass man die Aufstellung nicht zwingend so lange durchschütteln müsse, bis Sané „rausfliegt“.

Ein Wechsel sei daher unwahrscheinlich, obwohl mit Maxi Beier, Assan Ouedraogo und Jamie Leweling durchaus Alternativen im Kader stehen.

Die ganze Diskussion um Leroy Sané und die anderen Brennpunkt-Themen rund um die deutsche Nationalmannschaft hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die WM-Kabine“ mit DFB-Reporter Manfred Sedlbauer und Chefreporter Stefan Kumberger.