Der frühere österreichische Nationaltorhüter Helge Payer hat einen Zusammenhang zwischen Manuel Neuers Aura-Verlust auf dem Platz und der generellen Debatte um seine DFB-Rückkehr verbunden mit Oliver Baumanns Degradierung ausgemacht.
WM: Ex-Österreich-Torwart schaltet sich in Neuer-Debatte ein
Neuer? „Es ist was kaputt gegangen“
„Die Diskussion um Baumann – das ist so in seine Torwartpsychologie hineingegangen, in seinen Kopf, dass ihm die Ausstrahlung fehlt“, sagte Payer in einem Interview mit wettbasis.com.
Der 46-Jährige, der auch als Mentaltrainer tätig ist, will dies anhand von Neuers Interviewauftritten bei der WM erkannt haben: „Er wirkt sehr verlegen. Wenn er darauf angesprochen wird, bekommt er ein Lächeln auf die Lippen, was in der Situation gar nicht angebracht ist.“
Manuel Neuer? „Es ist etwas kaputt gegangen“
Neuer versuche zu kompensieren, ergänzte Payer, „weil er weiß, dass er diesen Nimbus, den er immer hatte, gerade nicht auf den Platz bringt. Er bekommt jetzt die Unzufriedenheit ab, weil jeder nach einer Kleinigkeit sucht.“
Der Ex-Profi, der 20 Länderspiele für die ÖFB-Auswahl bestritt und später als Torwarttrainer arbeitete, führte weiter aus: „Es ist etwas kaputt gegangen, aber nicht sein Nimbus oder Legendenstatus. Das wird ihm niemals jemand nehmen, er hat das Torwartspiel verändert wie nur wenige vor ihm. Aber mit der Art und Weise der Nominierung hat sich der DFB keinen Gefallen getan.“
Ex-ÖFB-Torhüter verteidigt Neuer auch
Darüber hinaus verteidigte Payer Neuer in der Diskussion, ob das Tor zum 1:2 gegen Ecuador ein Torwartfehler war.
„Ihn jetzt für diese Aktion – und da gehe ich mit Timo Hildebrand – , die gar nicht in den Kontext passt, so zu verurteilen, ist absoluter Schwachsinn. Das hat Manuel Neuer nicht verdient“, betonte Payer.
Auch Ex-Nationaltorhüter Hildebrand hatte in diesem Zusammenhang die Kritik an Neuer angeprangert.
Für Payer war Neuers Erklärung im Anschluss an die Partie „absolut richtig“. Er sagte aber auch: „Wenn Manuel Neuer die Situation jetzt noch einmal sieht, würde er etwas anders machen.“