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WM 2026: Türkische Presse nach WM-Fehlstart bedient

Nächste dicke WM-Überraschung

Die ambitionierten Türken verlieren nach 1954 und 2002 auch ihr drittes WM-Auftaktspiel und stehen bereits gehörig unter Druck. Ein früherer Münchner ebnet den Australiern den Weg.
Die Türkei hat in ihrem ersten WM-Spiel seit 24 Jahren gegen Australien die Favoritenrolle inne – doch der Auftakt läuft für die Türken alles andere als nach Plan.
Die ambitionierten Türken verlieren nach 1954 und 2002 auch ihr drittes WM-Auftaktspiel und stehen bereits gehörig unter Druck. Ein früherer Münchner ebnet den Australiern den Weg.

Die Türkei hat bei ihrer WM-Rückkehr nach 24 Jahren Abstinenz einen krachenden Fehlstart hingelegt. Die ambitionierte Auswahl um Kapitän Hakan Calhanoglu unterlag effizienten Australiern mit 0:2 (0:1) und steht im Kampf um die K.o.-Phase bereits unter Druck. Auch der auffällige Jungstar Arda Güler konnte die dritte türkische Auftaktniederlage bei der dritten WM-Teilnahme (nach 1954 und 2002) nicht verhindern.

„Unsere Fans mögen uns bitte verzeihen. Wir haben sie früh aus dem Bett geholt, wir wollten ihnen einen Sieg schenken, aber es hat nicht geklappt“, wird Kerem Aktürkoglu in den türkischen Medien zitiert.

Der frühere Bayern-Profi Nestory Irankunda (27.) und Connor Metcalfe von Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli (75.) trafen im kanadischen Vancouver zum Sieg für die defensiv eingestellten Australier, die sich in der Gruppe D hinter dem euphorisierten Hauptgastgeber USA (4:1 gegen Paraguay) auf Rang zwei einreihten. Die „Socceroos“ wollen bei ihrer siebten WM-Teilnahme wie vor vier Jahren in Katar in die K.o.-Runde einziehen.

Nächster Gegner des Teams von Trainer Tony Popovic sind am Freitag in Seattle die US-Amerikaner. Die Türkei, WM-Dritter von 2002, braucht in San Francisco gegen das ebenfalls sieglose Paraguay dann dringend Punkte.

Türkeis Presse sieht „Schock in Kanada“

Die Australier hätten „sehr gut verteidigt und ein starkes Spiel gemacht“, sagte Türkeis Trainer Vincenzo Montella: „Aber wir haben noch Zeit und werden unser Bestes geben, um das zu erreichen, was wir erreichen wollen.“ Niemand habe Australien unterschätzt, versicherte Montella: „Das ist Fußball.“

Die türkische Zeitung Hürriyet titelte: „Ein schlechter Start in die Weltmeisterschaft“. Der frühere Bundesliga-Profi Halil Altintop sagte bei MagentaTV auf die Frage, wie die Medien jetzt mit der Mannschaft umgehen werden: „Da wird niemand Rücksicht nehmen. Es wurden große Erwartungen geweckt. Da wird erwartet, dass das nächste Spiel gewonnen wird.“

Fanatik sah einen „Schockstart“, Haberturk schrieb mit Blick auf den Spielort: „Schock in Kanada“. Die Nationalmannschaft hat nun laut Sabah acht der ersten neun Auftaktspiele bei großen Turnieren verloren: „Die Türkei erlebt erneut den Albtraum des ersten Spiels“.

Bei einer WM verlor die Türkei 1954 die erste Partie gegen Deutschland und 2002 gegen Brasilien – damals endete das Turnier aber mit einem starken dritten Platz. Bei Europameisterschaften ging der Auftakt meist auch schief – so zuletzt 2021 beim 0:3 gegen Italien. 2024 startete die Türkei allerdings mit einem 3:1 gegen Georgien.

Ex-Bayern-Talent Irankunda schreibt WM-Geschichte für Australien

Calhanoglu hatte sich vor dem Auftakt äußerst selbstbewusst gezeigt und davon gesprochen, sein Team sei „talentierter“ als Australien und würde das Spiel „dominieren“. Und die Türken setzten die Ankündigungen ihres Kapitäns zunächst auch auf dem Platz um und übernahmen die Spielkontrolle.

Bei den Türken lief offensiv nahezu alles über Reals Dribbelkünstler Güler, Australien stand tief und lauerte auf Umschaltmomente. Der Türkei fehlte die Durchschlagschlagkraft, bis auf ungefährliche Distanzschüsse sprang für das Team von Trainer Vincenzo Montella zunächst nichts heraus.

Dann wurde es plötzlich turbulent: Eine Direktabnahme von Güler parierte Australiens Keeper Patrick Beach – im Gegenzug traf der steil geschickte Irankunda aus dem Nichts für den Außenseiter. Der 20-Jährige verewigte sich damit als jüngster Torschütze in Australiens WM-Historie.

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Die Türken versuchten zu antworten, Abdülkerim Bardakci (30.) traf mit einem wuchtigen Distanzschuss den Pfosten.

Irankunda vom FC Watford, der 2024 für die zweite Mannschaft des FC Bayern in der Regionalliga zum Einsatz gekommen war, blieb gefährlich: Seinen mittigen Abschluss parierte Türkei-Torhüter Ugurcan Cakir kurz vor der Pause (45.) sicher.

Die Türkei rennt – Metcalfe macht den Deckel drauf

Nach dem Seitenwechsel drückten die Türken auf den Ausgleich, gegen das australische Abwehrbollwerk gab es aber weiter kein Durchkommen. Und der Asienmeister von 2015 blieb selbst gefährlich: Kapitän Harry Souttar verpasste bei einem Kopfball nach einer Ecke das 2:0 (54.). Auf der Gegenseite parierte Beach einen Freistoß von Güler stark (57.).

Die Türken rannten weiter an, Australien verteidigte leidenschaftlich. Beach parierte stark gegen Mehmet Zeki Celik (72.). Auf der Gegenseite traf Metcalfe aus der Distanz.

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Mit Sport-Informations-Dienst