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Für Franz Beckenbauer war er Deutschlands Bester

Die Tragödie eines Weltmeisters

Heute vor 13 Jahren starb Heinz Flohe als erster deutscher Weltmeister von 1974. Die Klubikone des 1. FC Köln war zuvor drei Jahre im Koma gelegen.
Heinz Flohe während der WM 1974
Heinz Flohe während der WM 1974
© IMAGO / WEREK
Heute vor 13 Jahren starb Heinz Flohe als erster deutscher Weltmeister von 1974. Die Klubikone des 1. FC Köln war zuvor drei Jahre im Koma gelegen.

Es war ein Tag, der eine große Lücke im Herzen der Fußball-Nation hinterließ: Heute vor 13 Jahren starb Heinz Flohe, einer der besten deutschen Spieler seiner Zeit – als erstes Mitglied des Weltmeister-Kaders von 1974.

Mehr als drei Jahre hatte der 39-malige Nationalspieler im Wachkoma gelegen, am 15. Juni 2013 starb die Klublegende des 1. FC Köln im Alter von 65 Jahren in seiner Heimatstadt Euskirchen – unter großer Anteilnahme früherer Weggefährten und jüngerer Bewunderer.

Heinz Flohe: Eine Ikone des 1. FC Köln

„Flocke, alle, die den Fußball lieben, werden Dich nicht vergessen. Denn Du warst ein ganz Großer. Dein Poldi“, kondolierte die damals beim FC Arsenal aktive FC-Ikone Lukas Podolski. Zum 65. Geburtstag von Flohe am 28. Januar hatten „Prinz Poldi“ und der damalige Team- und spätere Weltmeisterkollege Per Mertesacker noch mit einem Gunners-Trikot mit der Nummer 65 und dem Namen Flohe gratuliert.

„Wir verlieren mit Heinz Flohe einen brillanten Fußballer und eine FC-Ikone“, sagte FC-Vizepräsident Toni Schumacher: „Er war ein solch genialer Fußballer, dass wir immer darüber gescherzt haben, dass selbst dann nicht vom Ball zu trennen gewesen wäre, wenn man Flocke mit zwei anderen Spielern in eine Telefonzelle eingeschlossen hätte.“

Für die Kölner Mannschaft der 70er und 80er Jahre sei Flohe eine Integrationsfigur und Vorbild gewesen, so Schumacher, „sportlich sowie menschlich“.

Für Beckenbauer zeitweise der Beste Deutschlands

Flohe bleibt ein Held in Köln. In einer Reihe mit Idolen wie Hans Schäfer, Overath, Schumacher und Pierre Littbarski steht er für Großtaten in Müngersdorf, aus denen der Klub bis heute sein Selbstbewusstsein zieht.

In der Saison 1977/1978 holten die Kölner unter Trainer Hennes Weisweiler das Double, Kapitän Flohe war dabei der Lenker und Denker im Team. „Alle lieben Flocke“, titelten die Kölner Zeitungen im Sommer 1978, als der Verein seinen Fans Pokal und Meisterschale präsentierte.

Insgesamt 329-mal lief der Spielmacher für den FC in der Bundesliga auf. Mit der Nationalelf holte er 1974 den Titel, kam insgesamt auf 39 Einsätze – eigentlich zu wenig für jemanden wie ihn, wie viele meinten. „Damals“, sagte sogar Franz Beckenbauer später, „war Heinz Flohe der beste Fußballspieler Deutschlands.“

Das konnte er jedoch nur bis ins Alter von 31 Jahren zeigen. Damals bereits in Diensten von 1860 München, wurde Flohe vom Duisburger Paul Steiner hart gefoult. Ein Schien- und Wadenbeinbruch besiegelte das Karriereende.

Schicksalsschlag am 11. Mai 2010

In der Saison 1995/96 kehrte Flohe als Kölner Co-Trainer an der Seite seines Weggefährten Stephan Engels kurz auf die Bundesliga-Bühne zurück, ansonsten zog sich Flohe weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Rummel hatte der gebürtige Euskirchener schon zu seiner aktiven Zeit nicht gebraucht.

Zudem machten ihm zunehmend anhaltende Herzrhythmusstörungen zu schaffen. Zweimal, 1992 und 2004, hatte sich Flohe komplizierten Eingriffen unterziehen müssen.

Der 11. Mai 2010 war es dann, der das Leben der Familie Flohe für immer veränderte. Mittags besuchte Flohe eine Feier zur Einweihung des Box-Gyms von Felix Sturm. Bei einem anschließenden Spaziergang in der Kölner Südstadt brach er mit schweren Herzrhythmusstörungen zusammen.

Um Schädigungen des Gehirns zu minimieren, versetzten ihn die Ärzte nach der Reanimierung in einen Kälteschlaf. Doch Flohe blieb im Koma, seine 2018 selbst nach schwerer Krankheit verstorbene Ehefrau Ulla hoffte vergeblich auf ein Wunder.

„Wir haben immer gehofft, dass er aus dem Koma noch einmal aufwacht, aber leider war das nicht realistisch“, sagte Weggefährte Engels dem Express: „Heinz Flohe war jemand, auf den man sich immer verlassen konnte, auf dem Platz und außerhalb. Heinz war ein großer Fußballer und ein toller Mensch mit einem großen Herzen. Er ist friedlich eingeschlafen.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)