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Er verzieh Diego Maradona nie - auch nicht nach dessen Tod

Er vergab Maradona nie

Heute vor 40 Jahren leitete die berühmte "Hand Gottes" von Diego Maradona Englands Aus bei der WM 1986 ein. Torhüter Peter Shilton verzieh dem späteren Weltmeister nie - auch nach dessen Tod nicht.
Diego Armando Maradona gilt als einer der besten Spieler der Fußball-Geschichte. Die WM 1986 in Mexiko war die Bühne für die legendären Auftritte des Kapitäns von Argentinien. Seine Tore waren ikonisch und seine Dribblings unnachahmlich. Wie gut war eigentlich Diego Maradona bei der WM 1986?
Heute vor 40 Jahren leitete die berühmte "Hand Gottes" von Diego Maradona Englands Aus bei der WM 1986 ein. Torhüter Peter Shilton verzieh dem späteren Weltmeister nie - auch nach dessen Tod nicht.

Er war das „Opfer“ des legendärsten WM-Moments der Fußball-Ikone Diego Maradona – und sein Groll darüber ist nie verflogen.

Am 22. Juni 1986, heute vor 40 Jahren, war der damalige englische Nationaltorhüter Peter Shilton im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt der Leidtragende der berühmten „Hand Gottes“. Verziehen hat Shilton das dem späteren Weltmeister nie – auch nicht nach Maradonas Tod.

„Hand Gottes“ heute vor 40 Jahren bei der WM 1986

In der 51. Minute des WM-Viertelfinales zwischen England und Argentinien faustete Maradona den Ball nach einem Querschläger von Verteidiger Steve Hodge mit der linken Hand an Shilton vorbei ins Netz.

Der tunesische Schiedsrichter Ali Bin Nasser nahm die Aktion als Kopfball wahr und entschied auf Tor – alle Proteste der Engländer nützten nichts. Vier Minuten später entschied Maradona das Spiel mit dem sagenumwobenen „Tor des Jahrhunderts“ nach einem sensationellen Dribbling über den halben Platz, England verlor 1:2.

Was folgte, ist bekannt: Mit einem Doppelpack gegen Belgien schoss Maradona Argentinien ins WM-Finale, in dem sich die Albiceleste um ihren Kapitän und Mittelfeldregisseur mit einem 3:2 gegen Deutschland zum Weltmeister krönten.

Maradona hatte seinen Platz im Fußball-Olymp – die Kürze der Zeit, in der einem unfairen Schurkenstück ein unvergessener Geniestreich folgte, definierte das Vermächtnis des Ausnahmefußballers.

Diego Maradona bekundete erst spät Reue

Die vielzitierte Bezeichnung „Hand Gottes“ prägte Maradona selbst, als er nach dem Spiel in einem TV-Interview erklärte: „Un poco con la cabeza de Maradona y otro poco con la mano de Dios“ – „Es war ein bisschen Maradonas Kopf und ein bisschen die Hand Gottes.“

Shilton stieß speziell auch das sauer auf – und dass Maradona das Handspiel noch viele Jahre lang leugnete und keine Reue zeigte. Erst 2005 – 29 Jahre danach – gab Maradona das Handspiel zu. Drei Jahre später leistete im englischen Massenmedium eine Art Abbitte und beteuerte: „Wenn ich eine Zeitreise machen könnte und die Geschichte umschreiben, ich würde es tun. Aber ich kann es nicht. Das Tor ist immer noch ein Tor. Wir wurden Weltmeister, und ich war der beste Spieler der Welt.“

Es war zu spät und zu wenig, um Shilton milde zu stimmen – er schien das späte Bedauern des alten Rivalen für nicht aufrichtig zu halten. Auch als Maradona 2020 mit nur 60 Jahren starb, blieb er unversöhnlich.

Peter Shilton verzieh Maradona nie

„Ich bin traurig, von seinem Tod in so jungem Alter zu hören. Er war zweifellos der größte Spieler, dem ich je gegenüberstand“, schrieb Shilton damals in einer Kolumne für die Daily Mail

Gleichzeitig unterstrich der heute 76-Jährige: „Es scheint, dass er Größe in sich hatte, aber leider keinen Sportsgeist. Nein, was mir nicht gefällt, ist, dass er sich nie entschuldigt hat. Zu keinem Zeitpunkt hat er gesagt, dass er betrogen hat und dass er sich entschuldigen möchte. Stattdessen benutzte er seine ‚Hand Gottes‘-Aussage. Das war nicht richtig.“

Shilton erzählte, dass es zu Maradonas Lebzeiten „einige Versuche“ gegeben hätte, die beiden zu einem klärenden Gespräch zu bewegen: „Meine Herangehensweise dabei war immer die gleiche – dass ich es gerne tun würde, wenn ich dachte, er würde sich entschuldigen. Ich hätte ihm die Hand geschüttelt. Aber mir wurde nie ein Hinweis gegeben, dass dies wahrscheinlich passieren würde.“