Bittere Diagnose für Nico Schlotterbeck und die deutsche Nationalmannschaft: Der Innenverteidiger hat im WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste einen Innenbandriss im linken Sprunggelenk erlitten und fällt für den Rest des Turniers aus.
WM-Aus für Schlotterbeck! Nagelsmann reagiert
WM-Aus für Schlotterbeck bestätigt
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte dies in einer offiziellen Mitteilung. Demnach werde der Innenverteidiger „mehrere Monate“ ausfallen.
„Schlotti wird uns auf dem Platz als herausragender Verteidiger sehr fehlen, vor allem auch sein exzellenter Spielaufbau“, erklärte Bundestrainer Julian Nagelsmann: „Es hätte seine WM werden können. Wir haben gestern alle versucht, ihn aufzubauen – zum Glück ist er ein sehr positiver Typ, der schon wieder vorausblickt.“
Nächster Verletzungsschock für Deutschland
Es sei ein schönes Zeichen, dass Schlotterbeck „zunächst hier im Mannschaftskreis bleibt, denn er hat auch neben dem Platz Einfluss“, sagte Nagelsmann noch: Trotz des Ausfalls sei das deutsche Team in der Innenverteidigung mit Jonathan Tah, Antonio Rüdiger, Waldemar Anton und Malick Thiaw „weiterhin sehr gut aufgestellt für die WM“.
Der 26-jährige Schlotterbeck hatte sich in einem Zweikampf mit Amad Diallo verletzt. Für den Dortmunder kam Antonio Rüdiger. Der frühere Abwehrchef des DFB-Teams hatte sich auf eine WM in der zweiten Reihe eingestellt, rückt jetzt aber wohl ins Zentrum neben Jonathan Tah.
Schlotterbeck ist schon der dritte Spieler, der dem Bundestrainer bei der Endrunde verletzungsbedingt fehlt. Serge Gnabry hatte schon im Vorfeld passen müssen, Lennart Karl musste nach einer Verletzung im Training vor Turnierbeginn aus den USA abreisen. Außerdem war Stürmer Tim Kleindienst nicht rechtzeitig voll fit geworden.
Schlotterbecks Ausfall wiegt schwer, Lothar Matthäus sprach bei RTL/ntv von einem „sehr großen Verlust. Die Verletzung ist bitter. Schlotterbeck hat sich mit Tah ganz gut eingespielt.“ Rüdiger aber sei ein „Mann, der jederzeit in die Stammformation gehört“.
Müller schwärmte von Schlotterbeck
Schlotterbeck habe „die Qualität mit dem linken Fuß im Spielaufbau, diese Verlagerungsqualität können wir nicht eins zu eins ersetzen“, meinte Thomas Müller bei MagentaTV und ergänzte: „Er hat auch diese Stärke in der Offensive bei den Standardsituationen. Da war er ganz klar Zielspieler. Aber Toni kann das auch, das muss sich nur wieder einspielen.“
Rio-Weltmeister Shkodran Mustafi sagte: „Ich hätte als Trainer lieber gerne einen Linksfuß – auf allerhöchstem Niveau verändert das ein Spiel. Du hast mehr Druck, weniger Zeit, da willst du alle Spieler auf ihren Positionen haben.“ Rüdiger von Real Madrid aber habe „jahrelang auf höchstem Niveau gespielt. Ich mache mir da ehrlicherweise keine Sorgen.“