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Nach Doku-Kritik: WM-Moderatorin offenbar suspendiert

Doku-Kritik hat offenbar Folgen

Der Belgier Jérémy Doku zieht die Geburt seines Kindes der WM vor. Eine französische Journalistin äußert scharfe Kritik, woraufhin sich ein Medium von ihr distanziert.
Belgien kommt im zweiten Gruppenspiel gegen den Iran nicht über ein 0:0 hinaus und schwächt sich dabei selbst durch eine Rote Karte.
Der Belgier Jérémy Doku zieht die Geburt seines Kindes der WM vor. Eine französische Journalistin äußert scharfe Kritik, woraufhin sich ein Medium von ihr distanziert.

Nach der Kritik der französischen Journalistin France Pierron am belgischen Nationalspieler Jérémy Doku hat sich die französische Sportzeitung L’Équipe von den Äußerungen distanziert. Die Aussagen widersprächen „den Werten der Gruppe in hohem Maße“, teilte die Zeitung am Sonntagabend mit. Man entschuldige sich „bei dem betroffenen Fußballspieler und darüber hinaus bei seinem gesamten Publikum“.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wurde Pierron für ihre Aussagen inzwischen suspendiert und wird ihre Sendung vorerst nicht mehr moderieren. Bereits am Vortag war Pierron etwas zurückgerudert und meinte, sie habe lediglich „eine persönliche Meinung geäußert, die keinesfalls eine kollektive Position widerspiegelt“.

Die 44-Jährige hatte am Freitag mit ihren Äußerungen für Empörung bei den Zuschauern gesorgt, als sie Doku für die Entscheidung, die Geburt seines Kindes der Weltmeisterschaft vorzuziehen, kritisierte.

WM: Scharfe Kritik an Dokus Entscheidung

„Eine Geburt ist ein widerlicher Moment, in dem der Vater nutzlos ist, er hat nur eine Statistenrolle“, sagte Pierron: „Du hast die Chance, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Es gibt Hunderte Fußballspieler, die alles geben würden, um in dieser Position zu sein.“

Nationalspieler Nadiem Amiri kann Doku verstehen. Er habe „gar kein Verständnis dafür, dass er kritisiert wird“, sagte der zweifache Vater am Montag im DFB-Quartier: „Alle Väter wissen, was das für ein besonderer Moment ist. Das ist sehr intensiv, da braucht seine Frau ihn auch.“

Der belgische Nationalspieler erwartet gemeinsam mit seiner Partnerin Shireen sein erstes Kind. Der voraussichtliche Geburtstermin fällt mitten in die K.-o.-Phase der Weltmeisterschaft. „Wenn Sie mich fragen, was ich mir wünsche, ist meine Antwort klar: Niemand möchte die Geburt seines ersten Kindes verpassen“, sagte Doku.

Laut Medienberichten zieht der belgische Verband einen Express-Hin- und Rückflug von Seattle nach London mit einem Privatjet (circa neun Flugstunden) für Doku in Betracht. Ob sich Belgien für die K.o.-Runde qualifiziert, entscheidet sich am kommenden Samstag im Duell mit Neuseeland (5 Uhr).

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)