Manuel Neuer oder Oliver Baumann? Die langjährige Fußball-Nationaltorhüterin Nadine Angerer würde diese Frage anstelle von Julian Nagelsmann mit „und“ beantworten.
Nadine Angerer schlägt Rotation im deutschen Tor vor
Angerer für Rotation im deutschen Tor
„Angesichts von Neuers angeschlagener Wade und des dosierten Trainings in den vergangenen Wochen sollte der Bundestrainer überlegen, ob nicht Oliver Baumann das dritte Gruppenspiel machen sollte“, schrieb die zweimalige Weltmeisterin in ihrer Kolumne bei t-online.
Nagelsmann hatte sich bei seiner WM-Nominierung auf Rückkehrer Neuer (40) als Nummer eins festgelegt, der Bayern-Keeper und Weltmeister von 2014 soll beim deutschen WM-Auftakt gegen Curacao (Sonntag, 19.00 Uhr im LIVETICKER) das Vertrauen erhalten – wie auch in den weiteren Spielen der DFB-Auswahl.
Nicht zuletzt die herausfordernde Witterung spielt bei den Überlegungen Angerers, die gegen Ende ihrer Laufbahn in Portland in der US-Frauenliga gespielt hatte, eine Rolle: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie heiß es im Sommer in den USA werden kann. Die Temperaturen sind brutal.“
WM: Angerer erinnert sich an lange Gewitter-Unterbrechungen
Die tropische Hitze in mehreren WM-Regionen erschwere die Regeneration, betonte die 47-Jährige: „Wenn ich beispielsweise für Spiele in Florida ankam, war ich so schnell erschöpft, dass ich mich gefragt habe: Wofür hast du eigentlich jahrelang trainiert? Diese Temperaturen machen dich fertig. Daran sind unsere Körper nicht gewöhnt.“
Angerer kommt zum Schluss: „Wenn ich mir dann Manuel Neuer anschaue, der vorbelastet ist, bin ich gespannt, ob das gutgeht.“
Weiter weist Angerer auf die Unwägbarkeiten von langen Spielverzögerungen oder Unterbrechungen aufgrund von drohendem Unwetter hin: „Ich erinnere mich an ein Spiel in Houston, das 90 Minuten lang unterbrochen war. Da haben die Spielerinnen irgendwann wieder Hunger bekommen. An sowas denkst du normalerweise nicht, aber bei dieser WM muss sich jedes Trainerteam diese Fragen stellen: Gibt es genug Essen im Falle einer längeren Pause? Wie wärmen wir uns dann wieder auf? Was machen wir mit den Spielern in der Wartezeit?“
Die heutige Torwarttrainerin der Schweizer Frauennationalmannschaft ist überzeugt: „Wer seine Hausaufgaben zum Umgang mit Hitze und Gewittern am besten gemacht hat, wird einen klaren Vorteil im Kampf um den WM-Titel haben.“