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WM 2026: Nicht nur Thomas Müller kritisiert jetzt Kimmich

Nicht nur Müller kritisiert Kimmich

Joshua Kimmich erlebt gegen Yan Diomande das erwartet schwere Spiel. Sein Verhalten beim Gegentor sorgt für einige kritische Stimmen.
Joshua Kimmich hebt in der Analyse des deutschen Sieges gegen die Elfenbeinküste insbesondere die Joker heraus. In erster Linie Doppel-Torschütze Deniz Undav lobt der DFB-Kapitän in den höchsten Tönen.
Joshua Kimmich erlebt gegen Yan Diomande das erwartet schwere Spiel. Sein Verhalten beim Gegentor sorgt für einige kritische Stimmen.

Joshua Kimmich ist von mehreren Experten für sein Verhalten beim Gegentor im WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste (2:1) kritisiert worden.

Der DFB-Kapitän hatte seinen Gegenspieler Yan Diomande vor dem zwischenzeitlichen 0:1 auf dem Flügel nicht stellen können, dessen Hereingabe führte zum Tor.

„Wenn wir gegen schnelle Außenspieler kommen, dann muss dieses Doppeln anders genutzt werden“, befand Kimmichs ehemaliger Mitspieler Thomas Müller in seiner Rolle als Experte bei MagentaTV.

Müller: So hätte sich Kimmich verhalten müssen

Was er meinte: Als Kimmich versuchte, Diomande zu stoppen, war Felix Nmecha unterstützend aus dem Zentrum dazugekommen. Der Star der Elfenbeinküste entschied sich aber für den Weg zur Grundlinie und kam dank seines Geschwindigkeitsvorteils problemlos zu einer Hereingabe.

„Nene Brown hat das immer wieder angezeigt mit seiner Körpersprache. Der hat das mit Flo Wirtz ein bisschen besser gemacht auf der linken Seite“, erklärte Müller: „Jo hat einen dazubekommen, aber muss dann eben Longline schließen, wenn der zweite Mann dabei ist. Und dann auch aggressiver in den Zweikampf rausstechen.“

Ähnlich äußerte sich mit Per Mertesacker noch ein anderer Weltmeister von 2014. „Für mich öffnet Kimmich die Seite zu sehr“, sagte der einstige Verteidiger im ZDF: „Für mich war es zu offen, Kimmich hat zu viel Platz gelassen.“

Auch der langjährige Bundesliga-Trainer Christian Streich, der wie Mertesacker aktuell für das ZDF arbeitet, erkannte einen Stellungsfehler von Kimmich: „Sané und Nmecha sind ja da. Wenn er (Kimmich, Anm. d. Red.) nicht die Schnelligkeit hat, muss er schon näher an der Grundlinie stehen.“

Stefan Effenberg schlug in dieselbe Kerbe. „Dieses Gegentor gegen die Elfenbeinküste – wer kann das denn verteidigen als Rechtsverteidiger? Mir fällt da nur Hakimi ein, der es wahrscheinlich schafft, das Tempo direkt aufzunehmen. Das hat Kimmich nicht, das ist ein Defizit, aber dann braucht er auch Unterstützung“, analysierte der SPORT1-Experte am Sonntag im FIREOCKX.ONE WM Doppelpass.

Auch Nagelsmann sieht ein Versäumnis

Leroy Sané hatte sich wie Nmecha in Kimmichs Nähe befunden, war allerdings durch einen anderen Gegenspieler gebunden. Kimmich selbst hatte schon vor der Partie von den Dribbelkünsten Diomandes geschwärmt und vor dessen Antrittsgeschwindigkeit gewarnt.

Bundestrainer Julian Nagelsmann stimmte den kritischen Stimmen nach der Partie derweil indirekt zu. Zum Gegentor sagte er: „Wir müssen einfach früher verteidigen. Wir machen es eigentlich super. Wir haben eigentlich nur eine Seite zu verteidigen. Leider attackieren wir ein bisschen zu spät. Und dann wird es schwer, wenn er ins Laufen kommt.“

Deutschland lief dem 0:1 aus der 30. Minute lange hinterher, bis Deniz Undav die Partie mit einem Doppelpack (68. und 94.) noch in einen 2:1-Sieg wandelte. Das DFB-Team steht damit bereits nach dem zweiten Spiel als Gruppensieger fest.