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Asamoah äußert sich zum Fall Schweinsteiger: "Er ist kein Rassist"

Schweinsteiger? Das kritisiert Asamoah

Gerald Asamoah äußert sich zur Causa Bastian Schweinsteiger. Er sieht in seinem früheren DFB-Teamkollegen keinen Rassisten. Asamoah wünscht sich aber eine intensivere Auseinandersetzung mit verfestigten Klischees.
Gerald Asamoah äußert sich zur Causa Bastian Schweinsteiger. Er sieht in seinem früheren DFB-Teamkollegen keinen Rassisten, wünscht sich aber eine intensivere Auseinandersetzung mit verfestigten Klischees.
Gerald Asamoah äußert sich zur Causa Bastian Schweinsteiger. Er sieht in seinem früheren DFB-Teamkollegen keinen Rassisten. Asamoah wünscht sich aber eine intensivere Auseinandersetzung mit verfestigten Klischees.

Gerald Asamoah hat nach den Rassismus-Vorwürfen gegen Bastian Schweinsteiger Partei für seinen früheren DFB-Teamkollegen ergriffen. Zugleich wünschte sich der in Ghana geborene Asamoah aber in der Debatte um die Beurteilung des afrikanischen Fußballs mehr Sensibilität und Differenzierung.

„Eins vorweg: Ich kenne Basti seit Jahren sehr gut und bin mir ganz sicher: Er ist kein Rassist. Das ist für mich aber auch gar nicht der Punkt und ihn jetzt öffentlich anzugehen, bringt die Debatte aus meiner Sicht nicht weiter“, schrieb Asamoah bei LinkedIn.

WM 2026: Wirbel um Schweinsteiger-Aussagen

Schweinsteiger hatte mit seiner Analyse des zweiten deutschen WM-Vorrundengegners Elfenbeinküste für Wirbel gesorgt. Nachdem der ARD-Experte den afrikanischen Fußball als „ein bisschen unorthodox“, „ein bisschen wild“ und „vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt“ bezeichnet hatte, kritisierte der ivorische Nationaltrainer Emerse Faé Schweinsteigers Äußerungen.

Wenn man den Fußball so gut kenne, wie Schweinsteiger dies tue, sei „es komisch, wenn du solche Aussagen tätigst. Wir können es rassistisch nennen“, sagte Faé. Schweinsteiger wies die Vorwürfe daraufhin in einer Stellungnahme zurück: „Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger.“

Asamoah kritisiert Verallgemeinerungen

Diese Pauschalisierungen sieht aber auch Asamoah kritisch. Mit der weit verbreiteten These, dass „Spieler aus Afrika und allgemein schwarze Fußballer wild, taktisch und technisch schwach und nicht so spielintelligent wie Europäer (also Weiße), dafür körperlich stark, robust und athletisch und so weiter“ seien, wäre „schnell ein ganzer Kontinent mit ein, zwei Sätzen beschrieben.“

Der Ex-Schalker fügte hinzu: „Ich habe das Gefühl, dass wir uns oft mehr damit beschäftigen, ob jetzt jemand ein Rassist ist oder nicht. Ich würde mir aber wünschen, dass wir uns eher darum kümmern, diese Denkmuster ernsthaft zu hinterfragen.“

Afrika sei „einfach ein riesiger Erdteil mit so vielen unterschiedlichen Sprachen, Völkern und Kulturen“, daher gebe es auch nicht den einen afrikanischen Spielstil.

„Eigentlich ist das alles auch erforscht und erwiesen. Aber solche Ansichten halten sich bis heute. Nicht aus bösem Willen“, schrieb der 47-Jährige: „Sondern weil diese Stereotypen ganz tief gesellschaftlich verankert sind und wie selbstverständlich weitergegeben werden.“

Asamoah fordert, Denkmuster zu hinterfragen

Es sei nötig, diese Denkmuster zu hinterfragen und aufzubrechen. Denn dieser allzu lasche Umgang führe zu „nicht-so-gemeinten, aber eben am Ende trotzdem auch rassistischen Aussagen“.

Asamoah betonte, er sehe es als möglichen Ansatz, „sich bei dieser Weltmeisterschaft detaillierter und interessierter mit den einzelnen afrikanischen Mannschaften und Ländern zu beschäftigen“, sodass tatsächlich eine fundierte Analyse entstehe. So wie es etwa in Europa der Fall ist.

Dort ist bekannt, dass spanischer Fußball anders als schottischer oder deutscher ist. Dies auch für die afrikanischen Länder zu praktizieren, „wäre ein echter Gamechanger“.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)