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Rohr erwartet mindestens ein Afrika-Team im WM-Halbfinale

Rohr erwartet Afrika-Team im Halbfinale

Vor allem vom Neuling Kap Verde ist der Trainer Benins begeistert.
Benins Nationaltrainer Gernot Rohr
Benins Nationaltrainer Gernot Rohr
© AFP/SID/FRANCK FIFE
Vor allem vom Neuling Kap Verde ist der Trainer Benins begeistert.

Gernot Rohr rechnet bei der WM in Nordamerika wieder mit einem afrikanischen Team unter den letzten vier. „Ich denke, dass mindestens eine Mannschaft aus Afrika wieder in ein Halbfinale kommen kann“, sagte der Trainer Benins in der Deutschlandfunk-Sendung Sport am Sonntag. Das große, sehnsüchtige Ziel des gesamten Kontinents bleibe jedoch der erstmalige Einzug in ein WM-Finale oder gar der Titelgewinn. Europa tue gut daran, diese Nationen keinesfalls zu unterschätzen.

„Man hat vielleicht noch den Eindruck, die Afrikaner werden behandelt, als wären es doch alles Entwicklungsländer im Fußball. Das hat sich aber inzwischen geändert“, sagte der 72-Jährige.

Begeistert zeigte sich der Afrika-Experte vom WM-Neuling Kap Verde, der Europameister Spanien ein 0:0 und dem zweimaligen Weltmeister Uruguay ein 2:2 abtrotzte. Unter Trainer Pedro Brito habe sich die Mannschaft zu einem defensiv- wie spielerisch starken Kollektiv geformt. Dass europäische Beobachter über solche Ergebnisse oft ungläubig staunten, liege laut Rohr an mangelndem Interesse und fehlender Wertschätzung in Europa.

Strukturelle Meilensteine wie die modernisierte Jugendausbildung in Nordafrika sowie die gezielte Einbindung binationaler Spieler hätten das Niveau massiv angehoben. Immer mehr in Europa geborene und ausgebildete Profis entschieden sich heute bewusst für das Herkunftsland ihrer Eltern. „Afrika ist jetzt in der Lage, die besten Spieler selbst dazu zu bringen, für afrikanische Länder zu spielen – und nicht unbedingt für die Länder, in denen sie aufgewachsen sind“, sagte Rohr, der fünf afrikanische Nationalteams trainierte.

Bei der ersten Weltmeisterschaft mit zehn afrikanischen Teilnehmern rechnet er trotz des vorzeitigen Ausscheidens von Tunesien mit einem historisch guten Abschneiden des Kontinents. Neben Marokko, dem WM-Vierten von 2022, den Rohr sogar „noch stärker als vor vier Jahren“ einschätzt, traut er auch Senegal, der Elfenbeinküste und Kap Verde große Überraschungen zu.