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WM 2026: Schwere Vorwürfe gegen Videoschiedsrichter

Schwere Vorwürfe gegen Videoschiri

Kurz vor dem Deutschland-Spiel zeigt ein Video-Schiedsrichter eine Geste, die reichlich Diskussionen auslöst. Danach wird sogar sein WM-Ausschluss gefordert.
Die deutsche Nationalmannschaft feiert einen WM-Auftakt nach Maß und spielt sich zeitweise in einen Rausch.
Kurz vor dem Deutschland-Spiel zeigt ein Video-Schiedsrichter eine Geste, die reichlich Diskussionen auslöst. Danach wird sogar sein WM-Ausschluss gefordert.

Beim Spiel Deutschland gegen Curacao (7:1) ist es vor dem Anpfiff zu einer Szene gekommen, die im Netz für große Aufregung gesorgt hat. WM-Schiedsrichter Shaun Evans wird beschuldigt, eine „White-Power“-Handgeste gemacht zu haben, als die Kameras das Video-Schiedsrichter-Studio einfingen.

In der kurzen Sequenz war zu sehen, wie Evans mit dem Daumen und Zeigefinger einen Kreis formte und die übrigen Finger ausstreckte. Diese Geste wird seit einigen Jahren zunehmend von Rechtsextremen und der White-Power-Bewegung als Erkennungszeichen missbraucht. Die drei Finger bilden ein „W“, der Kreis durch Daumen und Zeigefinger steht zusammen mit dem Handgelenk für das „P“.

Historisch gesehen war dies dagegen ein einfaches Zeichen für „alles in Ordnung“. Bei jüngeren Menschen ist die Geste zudem auch als eine Art Spiel bekannt: Formt einer das Handzeichen und ein anderer schaut in den geformten Kreis hinein, darf der Zeichengeber ihm spielerisch einen Schlag gegen den Arm verpassen.

„Dieser Offizielle sollte bei der WM keine Rolle mehr spielen“

Der Weltverband FIFA erklärte nach einem Bericht von The Athletic, den Vorfall zur Kenntnis genommen zu haben, wollte sich dazu aber erst einmal ebenso wenig wie der Schiedsrichter äußern. Laut der BBC fordert die FIFA eine Erklärung für den Vorfall.

Das Antidiskriminierungsnetzwerk „Fare“, das sich auf die Bekämpfung von Ungleichheiten im Fußball spezialisiert hat, kritisierte den Vorfall scharf und forderte in einer veröffentlichten Erklärung Konsequenzen: „Nach Einschätzung unserer Experten ähnelt die verwendete Geste eindeutig einem auf den Kopf gestellten ‚OK‘-Zeichen, das in rechtsextremen Kreisen weltweit als Symbol für ‚White Power‘ verwendet wird.“

Weiter heißt es: „Warum verwendet ein VAR-Beauftragter dieses Symbol bei einem internationalen Fußballturnier, gerade in dem Moment, in dem er weiß, dass die Kameras auf ihn gerichtet sind? Das kann nur bedeuten, dass er absichtlich ein rechtsextremes Neonazi-Symbol zeigt.“

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Die Forderung von „Fare“ lautet daher: „Es ist klar, dass dieser Offizielle bei dieser WM keine weitere Rolle mehr spielen sollte.“

WM-Eklat? Bei der Geste ist besondere Vorsicht geboten

Das Symbol wird von der Anti-Defamation League (ADL) als Hasssymbol eingestuft, die Organisation weist aber auch darauf hin, dass bei dieser Geste aufgrund der unterschiedlichen Bedeutungen besondere „Vorsicht“ geboten ist, weshalb man laut ihrer Webseite „keine voreiligen Schlüsse über die Absicht einer Person ziehen sollte, die diese Geste verwendet hat.“

Der australische weiße Supremacist Brenton Tarrant hatte das Symbol 2019 bei einem Gerichtstermin gezeigt, nachdem er wegen der Ermordung von 50 Menschen bei einem Amoklauf in Moscheen in Neuseeland festgenommen worden war.

Evans hat über 200 Spiele in der höchsten australischen Spielklasse (A-League) geleitet und ist einer der erfahrensten Schiedsrichter des Landes. Als Video-Assistent war er bereits bei der WM 2022 in Katar dabei.