„Das tut weh und auch, dass man zwei Jahre warten muss, dass man Weltmeister wird.“ Als Julian Nagelsmann diesen Satz nach dem EM-Aus gegen Spanien sagte, sollte er für Aufbruch und Selbstvertrauen stehen. Für den Anspruch, den deutschen Fußball wieder dorthin zu führen, wo er sich selbst sieht: an die Weltspitze.
Nach WM-Aus: Julian Nagelsmann muss weichen - ein Kommentar
Nagelsmann muss weichen
Zwei Jahre später muss man feststellen: Dieses Projekt ist krachend gescheitert. Der Bundestrainer muss weichen.
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Dass der WM-Titel kein wirklich realistisches Szenario war, dürfte klar sein. Es war lediglich ein ambitionierter Traum.
Aber darum geht es nicht. Es geht um die Art und Weise, wie die Mannschaft aus dem Turnier geflogen ist. Denn die ist alarmierend. Wer in einem K.o.-Spiel gegen den schwächsten Gruppendritten ausscheidet, darf sich nicht hinter großen Visionen verstecken.
Und das schlimmste: Dieses Aus im Elfmeterschießen ist kein Ausrutscher. Es ist die Konsequenz einer Entwicklung, die zu oft positiver bewertet wurde, als sie tatsächlich war.
Ja, es gab eine Serie von Siegen. Ja, es gab ordentliche Ergebnisse. Aber gegen wen? Der knappe Erfolg gegen die Elfenbeinküste und der Triumph gegen Curacao dürfen nicht zum Maßstab werden. Auch das EM-Viertelfinale wurde im Nachhinein häufig zu hoch eingestuft, als es sportlich war.
Was hat Nagelsmann wirklich geleistet?
Es zeigt: Nagelsmann kann bislang keine großen Spiele. Denn am Ende bleibt die entscheidende Frage: Was hat Nagelsmann aus dieser Mannschaft wirklich herausgeholt?
Deutschland verfügt über Qualität. Technisch, individuell und perspektivisch gehört dieser Kader nicht ins Mittelmaß. Doch genau in den entscheidenden Momenten fehlte zu oft etwas: Klarheit, Variabilität und Widerstandsfähigkeit. Gerade gegen tiefstehende, körperbetonte Gegner wirkte die Mannschaft ideenlos.
Wenn der erste Plan nicht funktionierte, war selten erkennbar, was danach kommen sollte. Nagelsmann fehlte der Plan B.
Auch Nagelsmann selbst hat dazu beigetragen, dass Zweifel entstanden. Zahlreiche Entscheidungen im Vorfeld sorgten für Diskussionen, manche Aussagen wirkten unnötig und unbedacht. Als Bundestrainer gehört Kommunikation zum Job – erst recht dann, wenn die Ergebnisse ausbleiben.
Nagelsmann muss als Bundestrainer abgelöst werden
Dass sich die Spieler unmittelbar nach dem Spiel hinter ihren Trainer stellen, ist nachvollziehbar. Aber das darf nicht die Grundlage für Entscheidungen sein.
Der deutsche Fußball braucht jetzt keinen weiteren Versuch und keine Durchhalteparolen.
Er braucht einen neuen Impuls. Nagelsmann hat die Mannschaft aus einer großen Krise geführt und Erwartungen geweckt. Aber auch er hat den entscheidenden Schritt verfehlt.
Wenn Deutschland wieder nach vorne kommen will, braucht es jetzt personelle Konsequenzen.
Julian Nagelsmann muss als Bundestrainer abgelöst werden.