Es war ein Moment, der alles hätte verändern können: Nach fünf Minuten im WM-Sechzehntelfinale steckte Florian Wirtz den Ball in den Strafraum. Deniz Undav schirmte die Kugel geschickt ab und bekam sie dann kurz darauf von Kai Havertz aufgelegt. In der Mitte warteten mit Felix Nmecha, Aleksandar Pavlovic und Leroy Sané schon gleich drei Mitspieler in extrem aussichtsreicher Position auf das Zuspiel.
Deutschland raus: Undav-Szene ärgert Nagelsmann
Undav-Szene ärgert Nagelsmann
Undav stattdessen setzte den Ball aus spitzem Winkel – halb geflankt, halb geschossen – ins große Nichts neben den Pfosten. „Da stehen wir zu viert alleine vor dem Tor, da müssen wir nur querspielen, dann schieben wir den ins leere Tor. Da chippt der Deniz den irgendwie auf den zweiten Pfosten“, ärgerte sich Nationaltrainer Julian Nagelsmann nach dem bitteren Ausscheiden.
„Das sind so kleine Momente, wo du gegen so einen Block in Führung gehen musst mit einer ganz einfachen Aktion, da war ja nicht viel dahinter“, führte der Bundestrainer weiter aus.
DFB: Undav-Statistiken sprechen Bände
Zuvor hatte Nagelsmann die Bitte vieler Fans erhört und seinen bisherigen Super-Joker Undav in die Startelf beordert.
Das erhoffte Zusammenspiel mit Havertz blieb dabei aber zu oft aus, wie der Coach bekannte: „Wir haben zwei Spitzen gehabt und hatten in der ersten Hälfte kaum Präsenz im Strafraum mit den beiden Spitzen. Kai ist relativ früh auf den Flügel rausgekippt, dann war Deniz wieder relativ alleine.“
Insgesamt verlief der Arbeitstag für den Stuttgarter wie für die gesamte deutsche Offensive glücklos. Die Szene aus der Anfangsphase sollte sein einziger Torschuss bleiben.
Nach 63 Minuten, neun Ballaktionen und einem errechneten Expected-goals-Wert von 0,03 wurde der Stuttgarter von Bayern-Star Jamal Musiala ersetzt.