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WM 2026: Exklusiv! Diese Nagelsmann-Entscheidung wirft für Podolski Fragen auf

El Mala? Das denkt Podolski

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem Erfolgserlebnis in die Weltmeisterschaft 2026 gestartet. Lukas Podolski spricht bei SPORT1 über die weiteren Chancen des DFB-Teams, mögliche Titelfaktoren und das Fehlen von Said El Mala.
Es war ein Schock für die deutsche Nationalmannschaft: Lennart Karl wird die WM verpassen. Für ihn wurde Assan Ouédraogo nachnominiert nicht Said El Mala. Eine Entscheidung, die Lukas Podolski nicht nachvollziehen kann.
Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem Erfolgserlebnis in die Weltmeisterschaft 2026 gestartet. Lukas Podolski spricht bei SPORT1 über die weiteren Chancen des DFB-Teams, mögliche Titelfaktoren und das Fehlen von Said El Mala.

Nach den Auftaktniederlagen bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 ist die deutsche Nationalmannschaft nach langer Zeit erfolgreich in die Endrunde 2026 gestartet. Gegen Curacao feierte das DFB-Team einen deutlichen Sieg – auch zur Freude von Lukas Podolski.

Der Weltmeister von 2014 war am Rande der „Lego Arena Show“ in München zu Gast. Dort sprach Podolski mit SPORT1 über die Chancen des deutschen Teams im weiteren Turnierverlauf, mögliche Erfolgsfaktoren auf dem Weg zum Titel und die Diskussionen um die Nicht-Nominierung von Said El Mala.

SPORT1: Lukas Podolski, der WM-Start der deutschen Nationalmannschaft ist geglückt. Wie wichtig ist es, mit einem solchen Erfolgserlebnis in ein Turnier zu starten? 

Lukas Podolski: Ein gelungener Auftakt ist enorm wichtig. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir zu meiner Zeit ein WM-Auftaktspiel verloren hätten. So ein Sieg gibt einer Mannschaft sofort etwas: Selbstvertrauen, Lockerheit und ein gutes Gefühl. Die Stimmung ist besser, die Anspannung fällt etwas ab. Man fährt zurück ins Hotel und trinkt vielleicht an der Bar noch ein Bierchen. Das gilt nicht nur im Fußball, sondern bei jeder Sportart. Nach einem erfolgreichen ersten Spiel weißt du: Jetzt bist du im Turnier angekommen. Deshalb ist so ein Sieg viel wert – und alles andere als ein Erfolg zum Start wäre natürlich eine Enttäuschung gewesen. 

So ordnet Podolski die deutschen WM-Chancen ein

SPORT1: Deutschland gehört für die meisten Experten nicht zu den Favoriten des Turniers …

Podolski: Die klassische Frage. (lacht) 

SPORT1: Ist das deutsche Team für Sie ein WM-Favorit oder sehen Sie eher andere Nationen vorne?  

Podolski: Über andere Mannschaften kann ich nur schwer sprechen. Wir wissen oft gar nicht genau, wie sie trainieren, wie sie sich vorbereiten oder in welcher Verfassung sie wirklich sind. Wir sollten uns vor allem auf unser Team konzentrieren, da ist der Einblick deutlich größer. Top-Favorit ist Deutschland vielleicht nicht, auch wegen der vergangenen Turniere. Trotzdem muss der Anspruch immer sein, bis zum Ende dabei zu bleiben. Wobei es natürlich viele starke Nationen wie Portugal, Spanien oder Frankreich gibt. Auch Marokko hat gegen Brasilien gezeigt, welches Potenzial dort vorhanden ist. Und bei vielen Teams wissen wir vielleicht noch gar nicht, wie gut sie tatsächlich sind.

SPORT1: Das Turnier steht erst am Anfang …

Podolski: Genau. Entscheidend ist zunächst, die Gruppenphase erfolgreich zu überstehen. Danach beginnt das Turnier ohnehin noch einmal neu. In den K.-o.-Spielen ist es letztlich egal, auf wen du triffst. Ich erinnere mich an 2014: Damals haben viele bei Algerien gedacht, wir wären schon fast eine Runde weiter. Am Ende haben wir uns richtig gequält und sind mit ein bisschen Dusel weitergekommen. Deshalb spielt es keine große Rolle, wer der Gegner ist oder ob du Erster oder Zweiter in der Gruppe wirst. Man muss das Ding konsequent gehen.

SPORT1: Für die deutschen Fans finden viele WM-Spiele spät nachts statt. Stellen Sie sich dafür den Wecker?

Podolski: Nein, da bin ich raus. Der einzige Grund, warum ich früher nachts aufgestanden bin, waren die Chicago Bulls oder Mike Tyson. Daran erinnere ich mich noch aus meiner Kindheit. Heute mache ich das nicht mehr. Eine Ausnahme wäre natürlich, wenn Deutschland in der K.-o.-Phase spielt und die Partie um drei oder vier Uhr morgens angepfiffen wird. Dann bin ich dabei. Ansonsten richte ich meinen Tagesablauf nicht nach dem Turnier aus. Ich habe Familie, wir haben Urlaub, und meine Kinder mussten zuletzt lange auf mich verzichten. Mein Fokus liegt jetzt auf den Kindern und nicht auf dem Fußball.

El Mala? Podolski spricht Klartext

SPORT1: Dass Said El Mala vom 1. FC Köln nicht von Bundestrainer Julian Nagelsmann nominiert wurde, sorgt weiterhin für Diskussionen. Wie sehen Sie das? 

Podolski: Ich finde schon, dass er eine Nominierung verdient gehabt hätte – eigentlich sogar schon früher. Nach den Verletzungen erst recht. Warum er nicht berücksichtigt wurde, weiß ich nicht. Vielleicht passt er nicht ins System, vielleicht sieht der Trainer ihn nicht in der Rolle, vielleicht war das Telefonat mit dem Trainer nicht so toll. Das kann ich nicht beurteilen. Was ich allerdings etwas unglücklich finde, ist die Kommunikation rund um die Entscheidung. Wenn man sagt, ein Spieler sei nicht mehr im Training und deshalb werde jemand anderes nominiert, dann wirft das Fragen auf. Man hätte El Mala auch sagen können: Bleib beim FC, halte dich fit, arbeite nach einem individuellen Plan weiter und sei bereit, falls etwas passiert. In einem Turnier kann sich die Situation jederzeit ändern. 

Unabhängig davon hat er sich die Chance mit seinen Leistungen verdient. Er hat eine sehr starke Saison gespielt und hätte der Mannschaft gerade in engen Spielen mit seiner Unbekümmertheit, seinem Dribbling und seiner Schnelligkeit etwas geben können. Letztlich ist es aber die Entscheidung des Trainerteams. 

SPORT1: Das nächste Spiel der deutschen Mannschaft steht am kommenden Samstag gegen die Elfenbeinküste an. Was ist der entscheidende Faktor, um bei einer Weltmeisterschaft weit zu kommen?

Podolski: Den einen entscheidenden Faktor gibt es nicht. Es ist nie so, dass man ein Turnier wegen einer einzigen Sache gewinnt. Da kommen viele Dinge zusammen. Natürlich brauchst du Qualität im Kader. Aber genauso wichtig sind der Teamgeist, der Zusammenhalt, der Humor und die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft. Zu unserer Zeit waren wir eine echte Einheit. Nicht nur die Spieler, sondern das gesamte Team dahinter: Trainer, Ärzte, Physiotherapeuten, Busfahrer – alle haben dazugehört. Wir hatten Spaß miteinander, viel Witz und gleichzeitig die nötige Ernsthaftigkeit, sobald es Richtung Spiel ging. Diese Mischung war enorm wichtig. Wenn es wenig Unruhe gibt und keine Nebenschauplätze entstehen, schafft das die Grundlage für Erfolg. Das gilt für die Bundesliga genauso wie für die Champions League oder eine Weltmeisterschaft.