Nach zwei Gruppenspielen bei der WM 2026 ist Uruguay noch ungeschlagen und belegt Rang zwei hinter Spanien. Die auf den ersten Blick ordentliche Bilanz ist jedoch trügerisch. Die Südamerikaner haben gegen Kap Verde und Saudi-Arabien überraschend nur Remis gespielt und sind nun gefordert, gegen Europameister Spanien zu punkten.
WM 2026: Vor dem "Endspiel" liegen die Nerven blank
Zoff vor entscheidendem WM-Spiel
Folgerichtig scheinen die Nerven im Team auch ein wenig blank zu liegen. Laut Informationen des uruguayischen Portals El Espectador sind kurz vor dem Match gegen Spanien (Samstag ab 2 Uhr im LIVETICKER) Spannungen zwischen Uruguay-Trainer Marcelo Bielsa und Teilen des Teams aufgetreten.
WM 2026: Uruguay-Leader unzufrieden mit Coach Bielsa
Dem Bericht zufolge hat eine Gruppe um die Führungsspieler Federico Valverde, Rodrigo Bentancur, Manuel Ugarte und Sergio Rochet um ein persönliches Gespräch mit Bielsa gebeten.
Die Uruguay-Leader seien mit der vorgegebenen Spielweise und insbesondere dem Matchplan gegen Spanien nicht einverstanden gewesen. Die Mannschaft soll sich wünschen, tief zu stehen und auf Konter zu lauern, was offenbar nicht der bevorzugten Herangehensweise von Bielsa entspricht.
Zudem sollen sie beklagen, dass die Intensität im Training zu hoch sei und Verletzungen provoziere – und bereits verursacht habe. Aktuell fehlen unter anderem Abwehr-Star Ronald Araujo und Mittelfeld-Routinier Giorgian de Arrascaeta verletzungsbedingt.
WM 2026: Bielsa konterte mit Ansprache
Als Bielsa von der Unzufriedenheit im Team erfuhr, hielt er dem Bericht zufolge vor der gesamten Mannschaft eine Ansprache. Dabei soll er einigen Stars vorgeworfen haben, dass sich diese gegen ihn als Uruguay-Trainer ausgesprochen haben, als er Luis Suárez und Nahitan Nández nicht für die WM nominiert hatte.
Zudem führte Bielsa im Austausch mit dem Team wohl auf, dass man gegen Spanien mit einer Art Spiegel-Taktik agieren müsse – also auf Augenhöhe und mit derselben Intensität. Die vom Team gewünschte Konter-Taktik scheint folgerichtig kein Gehör bei ihm gefunden zu haben. „Uruguay ist ein Pulverfass!“, schreibt die spanische Zeitung Sport vor dem Duell. Von einem „enormen Chaos“ berichtet die AS.
WM 2026: Unangenehme Ausgangslage für Uruguay
Optimale Voraussetzungen vor dem Spanien-Kracher sind das nicht. Uruguay (zwei Punkte) wäre mit einem Erfolg Gruppensieger, könnte aber bei einem Remis von Kap Verde (zwei Punkte) oder Saudi Arabien (ein Punkt) überholt werden, die im Parallelspiel (im LIVETICKER) direkt aufeinandertreffen. Im Falle einer deutlichen Niederlage gegen Spanien könnte die „Celeste“ sogar noch auf Platz vier zurückfallen.
Unter dem Strich hätte man mit einem Remis wohl gute Chancen auf ein Weiterkommen, da drei Punkte und ein ausgeglichenes Torverhältnis zunächst für Platz fünf in der Tabelle der Gruppen-Dritten (Stand 26. Juni, 12 Uhr) reichen würden. Gewissheit für den Sechzehntelfinal-Einzug hätte man aber nur bei Platz eins oder zwei.
Sollte Uruguay als Gruppen-Zweiter weiterkommen, würde Argentinien als Gegner warten. Insbesondere für Bielsa, den argentinischen Coach im Dienste von Uruguay, wäre das ein spezielles Match.