DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat sich in der Experten-Diskussion um Thomas Müller und Jürgen Klopp und ihre flapsigen Sprüche zu Julian Nagelsmann zu Wort gemeldet – und sich beide freundlich, aber bestimmt zur Brust genommen.
WM 2026: Diese Völler-Worte erwischen Jürgen Klopp und Thomas Müller kalt
Völler nimmt sich Experten zur Brust
„Vielleicht haben wir ja die Gelegenheit, uns noch mal zusammenzusetzen und ein paar grundsätzliche Dinge zu besprechen. Das tut ganz gut, glaube ich schon“, sagte Völler vor dem WM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft (7:1) bei Magenta TV.
Hatten Müller und Klopp zunächst heiter gewirkt, wurden beide plötzlich vergleichsweise ernst – und wirkten verdutzt.
Klopp lacht Spitze weg
„Ich setze mich immer gern mit dir zusammen, Rudi“, sagte Müller, dann drehte er sich zu Moderator Johannes B. Kerner und zum Kollegen Klopp um: „Ich weiß nicht, wie das für euch beide gilt.“
Klopp lachte und antwortete mit dem berühmt gewordenen Wort „noch“, das in den vergangenen Tagen für Aufsehen gesorgt hatte – und allem Anschein nach ein Anlass für Völlers Mahnung war.
Klopp hatte bei MagentaTV vor laufender Kamera in einem Gespräch mit Thomas Müller über die mögliche deutsche Aufstellung gegen Curacao gesagt: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch. Noch.“ Diverse Expertenkollegen hatten dies als ungehörig bewertet – speziell aus dem Mund von Klopp, der im Fall einer missglückten WM als Nachfolgekandidat Nagelsmanns gilt.
Entsprechende Kritik kam unter anderem von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus – und von dessen früheren DFB-Kollegen Stefan Effenberg und Andreas Möller im FIROCKX.ONE WM Doppelpass auf SPORT1.
Völler hat einen Rat für Müller
Schon Minuten zuvor war die Stimmung zwischen Völler und den Magenta-Experten nach einem zuvor freundlichen Austausch von Komplimenten angespannt gewesen.
Als es um Müllers Zukunft nach Ablauf der aktiven Karriere ging, sagte Völler: „Jürgen kann ihm auch einen Tipp geben. Und das meine ich hier ernst – bei euch ist Ernst ja ein bisschen schwieriger, ihr seid ja mehr für die Komik zuständig.“
Völlers Anliegen: „Thomas, du könntest einen kleinen Trainerschein machen, um ein wenig mehr zu verstehen. Wir haben ja alle das Gefühl, wir wissen alles. Ich glaube, wenn man nochmal einen Trainerschein macht, hilft das, egal, was du später noch machst. Und der Jürgen ist ja ein wunderbares Beispiel mit seiner tollen Karriere, die er gemacht hat.“
„Wir sind für die Komik zuständig, hat er gesagt“
Weder Müller noch Klopp reagierten zunächst auf die Spitze des 66-Jährigen – verborgen blieb sie ihnen aber nicht. Nachdem Völler die Schalte bei Magenta verlassen hatte, sagte Klopp lächelnd: „Wir sind für die Komik zuständig, hat er gesagt.“
Müller hakte ein: „Man hört das, was man hören will.“ Die Bayern-Legende sprach Völler danach Anerkennung dafür aus, dass er das Gespräch suchte: „Er ist dafür zuständig, das Gebilde zu schützen – ich finde es gut, dass er da reingeht.“
Kurz vor dem Gespräch mit Völler hatte Müller sich vor laufender Kamera gegen die Kollegenkritik an Klopp und ihm verwahrt.
„Wer soll uns beiden das verdenken? Da ist immer ein bisschen Schmäh dabei. Und da kann dann auch mal was rausrutschen, was populistisch Wellen schlagen kann, wenn man es populistisch verwenden möchte. Das tun aber nicht wir, das tun andere“, verteidigte sich Müller: „Wir werden und deshalb nicht verbiegen lassen und aufpassen, was wir sagen sollen. Jeder muss wissen, dass wir absolut hinter der Mannschaft stehen. Aber wir wollen auch ein bisschen gute Laune machen.“