WM 2026>

Vogts skeptisch vor WM-Start

Vogts skeptisch vor WM-Start

Deutschlands Europameister-Coach Berti Vogts hätte vom DFB mehr Widerstand gegen das neue XXL-Format des WM-Turniers erwartet.
Der DFB-Tross ist in den USA schon früh auf den Beinen. Den einen Kilometer zum Training legen die Stars derweil auf verschiedene Weisen zurück.
Deutschlands Europameister-Coach Berti Vogts hätte vom DFB mehr Widerstand gegen das neue XXL-Format des WM-Turniers erwartet.

Ex-Bundestrainer Berti Vogts sieht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nur mit Abstrichen gut auf die WM in den USA, Mexiko und Kanada vorbereitet. „Die WM ist eine Herausforderung. Die Entfernungen, die Klimabedingungen, die Zeitverschiebungen sind Aspekte, die einen Turnierverlauf beeinflussen können. Es ist extrem schwer, sich auf diese Szenarien vorzubereiten. Vielleicht wäre eine Länderspieltour in die Länder, in denen nun die WM ist, hilfreich gewesen“, sagte Vogts in der Rheinischen Post.

Wann eine solche Tour hätte stattfinden sollen, sagte Vogts allerdings nicht. Im vergangenen Sommer stand für die DFB-Auswahl das Final-Four-Turnier in der Nations League an, ab September folgte die WM-Qualifikation. Deutschlands Europameister-Coach von 1996 fügte zudem an: „Ich glaube, keine Nation ist besser auf die WM vorbereitet.“

Der Weltmeister von 1974 hält ein funktionierendes Mannschaftsgefüge für den maßgeblichen Erfolgsfaktor. „Fußball spielen kann jeder, der in einer deutschen Nationalmannschaft ist. Aber es muss eine echte Mannschaft sein, einer alleine ist nie Weltmeister geworden“, meinte Vogts. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann käme es darauf an, dass „Ruhe in der Mannschaft sein muss. Die Spieler müssen harmonieren, sportlich, aber auch in der Gruppe. Dafür ist der Trainer verantwortlich. Es ist eine große Aufgabe.“

„Diese Leute lieben den Fußball nicht“

Vogts reihte sich außerdem in die Reihe der Kritiker des WM-Formats mit erstmals 48 Mannschaften ein und moniert vermeintlich mangelnden Widerstand von DFB-Präsident Bernd Neuendorf. „Ich weiß nicht, was sich die FIFA dabei denkt. Da geht es doch nur um das Finanzielle. Ich würde vom Präsidenten des DFB erwarten, dass er sich bei der FIFA für den Fußball einsetzt“, sagte Vogts.

Bereits angestoßene Debatten über eine nochmalige Ausweitung künftiger WM-Teilnehmerfelder verfolgt der 79-Jährige mit Grausen: „Das ist schlimm. Die Leute, die das tun, lieben den Fußball nicht. Wir müssen aufpassen, dass der Fußball am Ende nicht mehr ernst genommen wird.“