4.700 Follower bei Instagram klingen auf den ersten Blick erstmal recht ordentlich. Für einen WM-Spieler ist diese Anzahl jedoch als gering einzuschätzen. Kein Wunder, schließlich sind Fußballprofis wie Tim Payne bei Neuseeland nicht gerade unter dem Brennglas der Öffentlichkeit.
WM 2026: Plötzlich hatte er statt 4700 über 5 Millionen Follower
Vom No-Name zum WM-Star
Ein argentinischer Influencer änderte das schlagartig – zumindest im Fall von Payne, den Social-Media-Star Valen Scarsini einst als unbekanntesten Spieler der WM in den USA, Kanada und Mexiko identifizierte, gemessen an dessen geringer Followerschaft.
Das wollte der argentinische Influencer mit dem Instagram-Namen „elscarso“ ändern und nutzte dafür seine große Reichweite (damals rund 550000 Follower, heute 1,2 Millionen). „Bis zum Beginn der Weltmeisterschaft sind es nur noch wenige Tage, und wir alle freuen uns darauf, unsere Nationalmannschaft anzufeuern. Aber was wäre, wenn es einen Spieler gäbe, der uns alle vereint, einen Fußballer, den wir alle unabhängig von unserer Nationalität unterstützen?“, fragte der Influencer via Instagram.
Tim Payne: Ein Internet-Phänomen wurde geboren
Dem Aufruf kam Scarsinis Fangemeinde allzu gerne nach, sodass Paynes Follower-Zahl schier explodierte. Aus 4.700 wurden 5,7 Millionen – beinahe über Nacht (Stand Montagabend deutscher Zeit). Ein neues Internet-Phänomen wurde geboren.
Zur Einordnung: Damit hat Payne, Abwehrspieler beim neuseeländischen Team Wellington Phoenix, 3,3 Millionen Follower mehr als DFB-Star Leon Goretzka (2,4 Millionen) und 2,9 Millionen mehr als Bundeskanzler Friedrich Merz.
Payne: „Ziemlich verrückte 48 Stunden“
Der Hype um Payne wird zusätzlich von einem spanischsprachigen Fansong angeheizt, der sich in den Sozialen Medien rasant verbreitete – und womöglich auch in die Stadien schwappen wird. Die Melodie hätte jedenfalls das Potential. Wie beim berühmten Fanggesang „Will Grigg’s on fire“, der bei der EM 2016 Bekanntheit erlangte, wurde sich beim Neunzigerjahre-Hit „Freed from desire“ von Gala bedient.
Payne selbst zeigte sich überwältigt von der riesigen Fangemeinde, die der 32-Jährige dazugewonnen hat. „Es waren ziemlich verrückte 48 Stunden. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich sehr dankbar bin, mein Land zu vertreten, und ich schätze die ganze Liebe aus aller Welt sehr“, richtete sich Payne kurz nach dem Aufruf via Instagram an seine neue Fangemeinde.
Dass die „All Whites“ und gerade deren Defensive um Payne für die großen Fußballnationen durchaus schwer zu knacken sein können, bekamen bereits die Engländer zu spüren. Die Elf von Thomas Tuchel absolvierte ihr vorletztes Testspiel gegen die Neuseeländer und biss sich insbesondere in den ersten 45 Minuten die Zähne aus.
Gegen eine kompakte Hintermannschaft fiel den Three Lions kaum etwas ein. In der zweiten Hälfte erlöste Harry Kane per Kopfball die Briten. Trotz des 1:0-Sieges wurde die Tuchel-Elf in der englischen Presse anschließend scharf kritisiert.
Sorgt Neuseeland für eine WM-Überraschung?
Trotz der Niederlage war es also eine durchaus gelungene Generalprobe für Neuseeland. Kann das Team von Trainer Bazeley, das bislang erst an drei Weltmeisterschaften teilnahm und jeweils in der Vorrunde ausschied, diesmal für eine Überraschung sorgen?
In der Gruppe L treffen die Neuseeländer auf Belgien, Ägypten und den Iran. Zumindest der Einzug ins Sechzehntelfinale scheint dabei im Bereich des Möglichen. Zum WM-Auftakt gegen den Iran (Dienstag, 3 Uhr im LIVETICKER) hofft jedenfalls auch eine neue, breite südamerikanische Fanbase auf den Beginn einer ganz besonderen WM-Geschichte.