Ismael Saibari zeigte mit herausgestreckter Zunge seinen Haarwasch-Torjubel, grinsend präsentierte Marokkos Shootingstar die Trophäe als Spieler des Spiels. Zweites WM-Spiel, zweites Tor – natürlich gab der Bayern-Wunschspieler danach fleißig Interviews, von den Fragen nach seiner wohl nahenden Zukunft in München aber wollte der 25-Jährige nichts hören.
WM 2026: Bayern-Flirt - erst als Zweijähriger lernte er laufen
„Sie sagten mir, ich sei zu dick“
Lieber sprach er über „den besten Moment“ seiner noch jungen Karriere. 70 Sekunden nur brauchte der noch bei der PSV Eindhoven unter Vertrag stehende Offensivmann für sein Gala-Tor zum 1:0 (1:0)-Arbeitssieg gegen Schottland. „Es war immer mein Traum, eine WM mit meinem Land zu spielen. Jetzt habe ich das geschafft und zwei Tore für mein Land erzielt – ich bin sehr glücklich.“
WM: Bayern-Flirt lernte erst als Zweijähriger laufen
Denn schon beim 1:1 gegen Brasilien hatte Saibari getroffen, ihm ist es also zu großen Teilen zu verdanken, dass die „Atlas-Löwen“ fast schon mit der K.o.-Runde planen können. Doch die offensive Allzweckwaffe, die dem deutschen Rekordmeister knapp 55 Millionen Euro inklusive Boni wert sein soll, will nachlegen: „Das Wichtigste ist, die Gruppenphase zu überstehen und so weit wie möglich zu kommen.“
Dass er selbst eines Tages so weit kommen und im grellen Rampenlicht solch einen WM-Raketenstart hinlegen würde, war lange nicht abzusehen. Als Kleinkind benötigte Saibari wegen einer Fehlstellung ein orthopädisches Hilfsmittel, das seine Füße geradehielt. Erst als Zweijähriger lernte er laufen.
Doch auch später in der Jugend schien der Traum vom Profifußball früh zu platzen. Denn im Nachwuchsbereich des RSC Anderlecht wurde Saibari aussortiert, aus einem harten Grund: „Sie sagten mir, ich sei zu dick.“ Saibari aber ließ sich auch davon nicht aufhalten.
Und lebt nun seinen Traum auf der größtmöglichen Bühne. Nach dem Lauf bis ins Halbfinale vor vier Jahren in Katar glauben Saibari und seine Kollegen auch bei der XXL-Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada an den ganz großen Coup. Warum auch nicht?
„Wir haben unsere Ziele und arbeiten darauf hin. Jetzt schauen wir uns das nächste Spiel an und erholen uns – dann“, sagte Saibari mit Blick auf den Gruppenabschluss gegen den bereits ausgeschiedenen Außenseiter Haiti in der Nacht zu Donnerstag, „sehen wir weiter.“