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WM 2026: Irrt sich Nagelsmann bei Kimmich?

Muss Kimmich auf die Sechs?

Die DFB-Elf offenbart bei der Niederlage gegen Ecuador erneut deutliche Defizite im Defensivbereich. Vor allem das Zentrum um einen Bayern-Star enttäuscht – und das nicht zum ersten Mal bei diesem Turnier. Dabei scheint die mögliche Lösung nahe zu liegen.
Im SPORT1-Podcast "Die WM-Kabine" analysieren SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer das 1:2 der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador. Ein zentrales Thema ist dabei die Rolle von Kapitän Joshua Kimmich.
Die DFB-Elf offenbart bei der Niederlage gegen Ecuador erneut deutliche Defizite im Defensivbereich. Vor allem das Zentrum um einen Bayern-Star enttäuscht – und das nicht zum ersten Mal bei diesem Turnier. Dabei scheint die mögliche Lösung nahe zu liegen.

Kann Julian Nagelsmann zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen? Beim 1:2 gegen die deutlich giftigeren Ecuadorianer geriet die deutsche Nationalmannschaft mehrfach ins Wanken. Neu sind diese Probleme nicht – im abschließenden Gruppenspiel traten sie jedoch besonders deutlich zutage.

In der Defensive mangelt es bislang an Stabilität. Im Zentrum fehlt der Zugriff, über die Außenbahnen wirkt die Mannschaft anfällig. Die Ursachen dafür sind erkennbar – und ausgerechnet ein Spieler könnte gleich mehrere Probleme auf einmal lösen.

Bayern-Star Pavlovic enttäuscht erneut

Die Doppelsechs mit Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha wirkt noch längst nicht so eingespielt, wie es sich der Bundestrainer offenbar erhofft hatte. Vor allem der Münchner scheint nach drei Spielen noch nicht im Turnier angekommen zu sein.

Ungewöhnlich viele Fehlpässe, Ballverluste und Schwächen in seiner eigentlichen Paradedisziplin – der Zweikampfführung – prägen bislang das Spiel des 22-Jährigen. Pavlovic wirkt derzeit wie ein Fremdkörper im deutschen Spiel. Von seiner gewohnten Ruhe und Abgeklärtheit aus München ist bislang wenig zu sehen. Gegen Ecuador erhielt er die SPORT1-Note 5,5.

Muss Kimmich wieder auf die Sechs?

Auch Nmecha, bislang einer der auffälligsten Spieler im DFB-Team, konnte nicht an seine Leistungen aus den ersten beiden Spielen anknüpfen. Zwar zeigte der Dortmunder erneut seine offensiven Qualitäten, defensiv offenbarte er jedoch erneut Schwächen – sichtbar etwa beim Fehler vor dem Tor zum 1:1.

Fakt ist: Das Wunsch-Duo von Nagelsmann bleibt bislang einiges schuldig. Eine Frage drängt sich deshalb auf: Wäre eine Umpositionierung von Joshua Kimmich von der rechten Abwehrseite ins defensive Zentrum nicht die perfekte Lösung? Der Münchner verkörpert vieles von dem, was der DFB-Elf auf der Sechserposition aktuell fehlt. Muss der Anführer – wie in München – das Zepter im defensiven Mittelfeld übernehmen?

Die Diskussion begleitet Kimmich seit Beginn seiner Nationalmannschaftskarriere. Selten jedoch schien sie so naheliegend wie jetzt.

Kimmich könnte von Wechsel profitieren

Auch Kimmich selbst könnte ein Wechsel entgegenkommen. Der DFB-Kapitän hatte in jedem Spiel des Turniers Probleme mit schnellen Gegenspielern und ließ sich mehrfach überrumpeln. Gegen Ecuador half deshalb Leroy Sané auffällig oft defensiv aus – der Ex-Bayer agierte gegen den Ball phasenweise sogar wie ein zusätzlicher Außenverteidiger in einer Fünferkette.

Wäre Kimmich als Abräumer vor der Abwehr nicht besser aufgehoben? So wie er in München regelmäßig überzeugt? Mit dem offensiveren Nmecha könnte das auf dem Papier wie die ideale Formation wirken.

Kimmich selbst wollte die Tür nicht vollständig schließen: „Ich spiele dort, wo mich der Trainer hinstellt“, meinte der 31-Jährige nach der Partie. Das klang auch schon anders – und lässt Raum für Spekulationen. Doch wie realistisch wäre die Umstellung tatsächlich?

Nagelsmann sieht keinen akuten Handlungsbedarf

„Was mache ich dann mit Pavlo?“, fragte Nagelsmann auf der Pressekonferenz nach der Partie und beschrieb die „Krux“ an der Sache. Für Pavlovic wäre eine Degradierung wohl ein harter Dämpfer. Fraglich, ob der Bundestrainer einen erneuten Knick beim Youngster riskieren würde.

„Ich finde, Felix und Pavlo passen gut zusammen, machen es gut und ich will weder auf Felix noch auf Pavlo verzichten“, betonte Nagelsmann. Hinzu kommt: Der Bundestrainer hält weiterhin viel von Kimmich auf der Rechtsverteidigerposition – auch, weil Alternativen fehlen.

„Bei der EM war er Top-Rechtsverteidiger in allen statistischen Werten auf dieser Position. Mit Ball spielt er die gleiche Position, die er auch bei Bayern spielt. Defensiv verteidigt er bisschen anders“, so Nagelsmann. Die Aussagen des Bundestrainers sprechen zunächst eine klare Sprache: Eine Umstellung von Kimmich auf die Sechs scheint aktuell nicht vorgesehen.

Ganz vom Tisch nehmen wollte Nagelsmann das Thema dennoch nicht: „Im Fußball darf man nichts ausschließen, ich habe es jetzt akut nicht geplant zumindest.“ Es wäre nicht das erste Mal – gerade bei Kimmich -, dass Nagelsmann neue Wege geht und seine Pläne anpasst.