Die beste Nachricht des Tages stand bereits vor Anpfiff des WM-Spiels gegen Ecuador fest: Deutschland ist Sieger der Gruppe E und zieht ins Sechzehntelfinale ein. Das war es dann aber auch schon mit den guten Neuigkeiten, denn die 1:2-Pleite hat der Euphorie rund um diese Mannschaft nachhaltig geschadet.
WM 2026: Eine bittere Wahrheit für Nagelsmann - Ein Kommentar
Bittere Wahrheit für Nagelsmann
Bei den Erklärungen für die Niederlage dürften zudem viele Fans hellhörig werden. Der Gegner aus Ecuador habe den Sieg mehr gewollt als man selbst – so sagten es jedenfalls Joshua Kimmich und Deniz Undav.
Die Begründung ist deswegen so bedenklich, weil man von einer deutschen Nationalmannschaft immer Siegeswillen verlangen darf und kann. Wer nur ein bisschen gewinnen will, braucht zu einem WM-Spiel gar nicht erst anzutreten.
WM: Bittere Wahrheit für Nagelsmann?
Insofern ist es verständlich, dass Julian Nagelsmann die These vom fehlenden Willen schnell als „Quatsch“ abtat, denn der Vorwurf ist gefährlich. Dass der Bundestrainer aber einen so ganz anderen Eindruck von dieser Partie hat als seine Spieler, ist dann wiederum doch seltsam. Wenn der Kapitän und der Topscorer das gleiche Fazit ziehen, sollte auch Nagelsmann in Betracht ziehen, dass sein Team gegen Ecuador ein Willens- und Motivationsproblem hatte.
Es wäre eine bittere Wahrheit, der der Bundestrainer da ins Auge blicken müsste. Das Problem lässt sich aber vermutlich leicht beheben. Für das erste deutsche K.o.-Spiel bei einer WM seit zwölf Jahren dürfte es keine Motivationsprobleme geben: Am Montag in Boston (22.30 Uhr im LIVETICKER) muss die Einstellung stimmen und der Wille da sein. Andernfalls hätte der deutsche Fußball ein richtig dickes Problem.